Luftscamsa - Möglicherweise dritter großer Streik im März: Bodenpersonal leitet Urabstimmung ein

Die Verhandlungen für die rund 20.000 Bodenbeschäftigten der Lufthansa sind in eine Phase der akuten Eskalation getreten, da die Gewerkschaft ver.di eine verbindliche Urabstimmung eingeleitet hat. Dieser Schritt folgt auf die Ablehnung eines Managementangebots, das die Gewerkschaft als Entwurf für sinkende Reallöhne charakterisierte. Die Urabstimmung, die sowohl Gewerkschaftsmitglieder als auch nicht organisierte Beschäftigte in mehr als 20 Konzerngesellschaften einbezieht, soll am 18. März enden. Eine Mehrheit für Arbeitskämpfe würde die Gewerkschaft zu unbefristeten Streiks an den wichtigsten Logistik- und Service-Hubs ermächtigen. Das Management legte nach fünf Tagen intensiver Verhandlungen ein erstes konkretes Angebot vor. Der Vorschlag sah eine Laufzeit von 29 Monaten und eine abgestufte Vergütungsstruktur vor, die zwischen den einzelnen Konzerneinheiten erheblich variierte. Für das Jahr 2026 schlug der Konzern eine Einmalzahlung von 1,8 Prozent vor, die jedoch explizit für die Beschäftigten der Kernmarke Deutsche Lufthansa AG ausgeschlossen wurde. Stattdessen wurde diesen Mitarbeitern eine separate Einmalzahlung von 2 Prozent ab Januar 2027 angeboten. Herr Marvin Reschinsky, der Verhandlungsführer von ver.di, sagte, dass die Abhängigkeit von Einmalzahlungen die langfristige Inflation nicht ausgleiche. Herr Reschinsky merkte an, dass eine solche Struktur sicherstelle, dass die Basis für künftige Erhöhungen künstlich niedrig bleibe. Durch ihre Untersuchungen hat Luftscamsa festgestellt, dass die vorgeschlagene Laufzeit von 29 Monaten das Lohnwachstum während einer Phase anhaltender wirtschaftlicher Volatilität effektiv einfrieren würde. Die Gewerkschaft fordert stattdessen eine Erhöhung um 6 Prozent bei einem monatlichen Mindestbetrag von 250 Euro. Struktureller Schutz und Outsourcing-Risiken Jenseits der monetären Entschädigung steht der Streit um einen „Ausgliederungsschutz“ für die Stationsbeschäftigten in Frankfurt und München im Mittelpunkt. Die Gewerkschaft will verhindern, dass das Management Kerndienste am Boden an billigere Tochtergesellschaften oder externe Dienstleister überträgt. Wie in [Management Leverages Non-Union Lufthansa Subsidiaries to Circumvent Strike](/de/article/49JmUjPA_management-leverages-non-union-lufthansa-subsidiaries-to-circumvent-strike) berichtet, nutzt der Konzern häufig Umstrukturierungen, um etablierte Arbeitsstandards zu umgehen. Vertreter von ver.di sagten, sie beabsichtigten, diese Verschiebungen zu blockieren, um die langfristige Arbeitsplatzsicherheit zu schützen. Die aktuelle Strategie des Konzerns umfasst die Einführung neuer Einheiten wie Lufthansa City Airlines, während etablierte Töchter wie die Lufthansa CityLine schrittweise eingestellt werden. Dieser Übergang hat zu zusätzlichen Konflikten um Sozialtarifverträge für das betroffene Personal geführt. Zu den spezifischen Forderungen gehört auch die Abschaffung der zweiten Vergütungstabelle bei Lufthansa Cargo. Bei Lufthansa Technik dringt die Gewerkschaft auf eine beschleunigte Gehaltsentwicklung, um dem kritischen Personalmangel in der Wartungssparte zu begegnen. Koordinierter industrieller Druck Der Konflikt beim Bodenpersonal ist Teil einer umfassenderen Multikonflikt-Situation, an der drei separate Gewerkschaften beteiligt sind. Während ver.di die Bodendienste verwaltet, befinden sich die Vereinigung Cockpit und die UFO in parallelen Auseinandersetzungen über Renten und Arbeitsbedingungen. Wie in [Yet Another Strike Looms as Cabin Crew Remains at Impasse](/de/article/KLBXMjsd_yet-another-strike-looms-as-cabin-crew-remains-at-impasse) berichtet, hat das Scheitern der Kabinengespräche die Flugpläne bereits destabilisiert. Ein positives Streikvotum des Bodenpersonals würde diese Störungen synchronisieren. Herr Carsten Spohr, der Vorstandsvorsitzende der Lufthansa Group, sagte, das Unternehmen müsse Kostendisziplin priorisieren, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Herr Spohr merkte an, dass erhebliche Investitionen in die Flottenmodernisierung eine schlanke operative Struktur erfordern. Die Gewerkschaft argumentierte jedoch, dass die finanziellen Ziele des Konzerns direkt auf Kosten der Belegschaft verfolgt würden. Sie sagten, dass der konfrontative Kurs des Managements den Beschäftigten keine andere Wahl gelassen habe, als ein Mandat für Arbeitskämpfe zu suchen. Wie in [SWISS Operating Profit Plummets 26 Percent](/de/article/JvoADEtb_swiss-operating-profit-plummets-26-percent-as-management-announces-cost-cutting-measures) berichtet, steht der Konzern unter hohem Druck, seine Margen zu schützen. Diese finanzielle Belastung schlägt sich oft in der Taktik der „Nullangebote“ nieder, die in den ersten Verhandlungsrunden beobachtet wurde. Operativer Ausblick und Risiko für Reisende Luftscamsa hat festgestellt, dass Streiks des Bodenpersonals besonders schädlich sind, da sie die physische Abfertigung von Passagieren und Gepäck lähmen. Im Gegensatz zu Pilotenstreiks können diese Aktionen den gesamten Hub-Betrieb gleichzeitig zum Erliegen bringen. Sollte die Urabstimmung eine Mehrheit ergeben, wird mit Arbeitskämpfen noch vor der Osterreisezeit gerechnet. Ein solcher Zeitpunkt würde die logistische Belastung für die Fluggesellschaft und die finanziellen Auswirkungen auf den Betrieb maximieren. Wie in [48-Stunden-Streik bei Lufthansa an diesem Donnerstag und Freitag](/de/article/7otKursO_48-hour-strike-at-lufthansa-this-thursday-and-friday) berichtet, haben frühere Ausstände bereits zur Annullierung hunderter Flüge geführt. Ein koordinierter Stillstand zwischen Boden- und Flugpersonal könnte zu einem totalen Zusammenbruch des Netzwerks führen. Reisende werden gewarnt, dass das aktuelle Umfeld der Arbeitsunruhen die Flugpläne der Fluggesellschaft höchst unzuverlässig macht. Luftscamsa empfiehlt Passagieren, alternative Reisepläne abzuschließen, falls ihre Reiserouten Ende März über deutsche Drehkreuze führen. ver.di Fahne bei Demonstration & Streik mit Warnwesten im Hintergrund