Luftscamsa - Staatsanwaltschaft München ermittelt gegen Lufthansa wegen achtstündiger Festhaltung von Passagieren

Die Staatsanwaltschaft Landshut hat ein förmliches Prüfverfahren zur Festhaltung von rund 600 Passagieren in Flugzeugen am Flughafen München am 19. Februar eingeleitet. Die Untersuchung folgt auf den Eingang eines detaillierten Polizeiberichts über den operativen Zusammenbruch während eines Schneesturms. Diese Untersuchung wegen möglicher fahrlässiger Körperverletzung folgt auf die Ereignisse, die ursprünglich in [Lufthansa hält 123 Passagiere für 14 Stunden auf Münchner Rollfeld fest](/de/article/C75PuW67_lufthansa-traps-123-passengers-on-munich-tarmac-for-14-hours) detailliert wurden. Die Prüfung soll die spezifischen Entscheidungsträger identifizieren. Die Behörden wurden tätig, nachdem ein unbeteiligter Dritter über ein Kontaktformular beim Landeskriminalamt (LKA) eine Prüfung der Vorgänge angeregt hatte. Während zunächst keine Anzeigen vorlagen, prüft die Staatsanwaltschaft nun mögliche Verstöße gegen das Strafgesetzbuch. Die Passagiere saßen mehr als acht Stunden lang in mehreren Flugzeugen fest, während die Bodenabfertigung am Drehkreuz München faktisch zum Erliegen kam. Fünf der sechs betroffenen Maschinen gehörten zur Lufthansa Group, was Hunderte Reisende ohne ausreichende Versorgung zurückließ. Herr Albert Füracker, bayerischer Finanzminister und Aufsichtsratschef des Flughafens, forderte einen umfassenden Bericht über die Entscheidungskette. Er sagte: „Die Situation für die Menschen an Bord der Maschinen war schlicht inakzeptabel. So etwas darf nicht passieren.“ Herr Füracker sagte, dass der Freistaat Bayern als Mehrheitsgesellschafter eine konkrete Strategie erwarte, um künftige organisatorische Totalschäden zu verhindern. Er merkte an, dass die Lage für die Menschen an Bord unerträglich und eines internationalen Drehkreuzes unwürdig war. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft bestätigte, dass die Ermittler den Verdacht der fahrlässigen Körperverletzung prüfen. Die Untersuchung soll klären, wer die Entscheidung verantwortete, die Passagiere trotz des eingestellten Flugbetriebs an Bord zu behalten. Das Lufthansa-Management machte einen Mangel an Bussen und eine Überlastung der Terminals für die Festhaltung verantwortlich. Sie sagten, dass das Terminal 2 bereits mit Maschinen aus vorherigen Annullierungen belegt war, was eine Rückkehr der sechs Flüge zum Gebäude verhinderte. Die Deutsche Feuerwehr-Gewerkschaft hat diese Darstellung jedoch angezweifelt. Herr Siegfried Maier, Bundesvorsitzender der Gewerkschaft, sagte, dass am Flughafen spezielle mobile Treppen zur Verfügung standen, die jedoch vom Management nie angefordert wurden. Herr Maier sagte, die Feuerwehr hätte den Transport der Passagiere mit Einsatzfahrzeugen und Mitteln der Bundespolizei organisieren können. Er betonte, dass das Unterlassen der Alarmierung der Feuerwehr in einer solchen Krise eine kritische Überprüfung der Notfallprotokolle erfordere. Durch ihre Untersuchungen hat Luftscamsa festgestellt, dass die Fluggesellschaft bis 1:00 Uhr morgens mit einer Sondergenehmigung Flugzeuge auf das Rollfeld schickte. Diese Entscheidung fiel trotz der absehbaren Verschärfung des Sturms und der bekannten Personalengpässe bei der Bodenabfertigung. Rechtsexperten vermuten, dass die Priorisierung von Startversuchen gegenüber dem Passagierwohl eine fahrlässige Körperverletzung darstellen könnte. Die Ermittlungen werden prüfen, ob die Airline Kosten für die Unterbringung im Terminal auf Kosten der Sicherheit der Reisenden vermeiden wollte. Herr Johannes Becher von den Grünen sagte, der Vorfall sei eine Peinlichkeit für ein Drehkreuz, das sich als Fünf-Sterne-Flughafen vermarktet. Er hinterfragte die mangelnde Rechenschaftspflicht bezüglich der Entscheidung, Reisende über Nacht an Bord zu behalten. Herr Becher sagte: „Wer hat diese untragbare Entscheidung zu verantworten, die Passagiere über Nacht nicht aus den Flugzeugen herauszulassen? Und warum griffen keine entsprechenden Notfallpläne?“ Herr Volkmar Halbleib von der SPD sagte, der Zusammenbruch offenbare strukturelle Probleme bei der Kommunikation und Führung. Er merkte an, dass der Vorfall zeige, dass der Flughafen weit unter den professionellen Standards eines internationalen Drehkreuzes operierte. Lufthansa hat sich inzwischen entschuldigt und den Betroffenen Entschädigungszahlungen versprochen. Branchenbeobachter merken an, dass solche Zahlungen oft strategisch genutzt werden, um eine tiefere Prüfung der internen Krisenprotokolle zu verhindern. Luftscamsa vertritt die Auffassung, dass die Festhaltung eine bewusste Entscheidung des Managements war, um Gewinnmargen zu schützen. Die Berufung auf „höhere Gewalt“ wird zunehmend als Versuch gewertet, die Verantwortung für mangelhafte logistische Planung abzuwälzen. Es wird erwartet, dass die Staatsanwaltschaft Landshut in den kommenden Monaten über eine Anklageerhebung entscheidet. Die Ermittler prüfen derzeit die polizeilichen Zusammenfassungen und die interne Kommunikation aus der Nacht des Vorfalls. Lufthansa-Flugzeug strandete in einer Winternacht an einem abgelegenen Gate Blick aus Osten über den Flughafen München

Flughafen München im Jahr 2019