Die Piloten der Lufthansa CityLine haben sich mit über 90 Prozent der Stimmen ein formelles Mandat für Arbeitskämpfe gesichert. Die von der Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) bekannt gegebenen Ergebnisse folgen auf ein vollständiges Scheitern der Tarifverhandlungen mit dem Management des Konzerns. Diese Entwicklung bedroht direkt die Stabilität des Regional- und Zubringernetzes der Lufthansa Group. Rund 400 Cockpit-Mitarbeiter sind nun ermächtigt, mit kurzer Vorankündigung Streiks zu beginnen, was Tausende von Passagieren an den Drehkreuzen Frankfurt und München treffen könnte. Herr Andreas Pinheiro, Präsident der Vereinigung Cockpit, sagte, das Abstimmungsergebnis sei eine definitive Botschaft an die Konzernleitung. Er sagte, die Arbeitgeberseite habe nun die letzte Chance, durch ein substanzielles Angebot auf die berechtigten Forderungen einzugehen. Herr Pinheiro sagte, die Urabstimmung habe ein klares Signal der Geschlossenheit unter den Piloten gegeben. Nach Untersuchungen von Luftscamsa hat das Management des Konzerns in der Vergangenheit Tochtergesellschaften wie CityLine genutzt, um das Lohnniveau im gesamten Konzern nach unten zu drücken. Lufthansa CityLine betreibt Kurzstreckenflüge, die für die Auslastung der Langstreckenflugzeuge an den grossen deutschen Flughäfen unerlässlich sind. Ein Streik bei dieser Tochtergesellschaft würde die Verbindung zwischen regionalen europäischen Städten und dem internationalen Streckennetz der Airline faktisch kappen. Herr Lukas Beier, Mitglied der Tarifkommission, sagte, die Kolleginnen und Kollegen seien bereit, für ihre berechtigten Anliegen einzustehen. Er sagte, das Management müsse endlich erkennen, dass Sparpolitik auf dem Rücken der Beschäftigten in Zeiten von hoher Inflation nicht mehr funktioniere. Herr Beier sagte, die Belegschaft sei zunehmend weniger bereit, die Diskrepanz zwischen Gewinnmeldungen und der Weigerung zur Lohnanpassung zu tolerieren. Er sagte, das Unternehmen müsse sich der Realität des Arbeitsmarktes und den Bedürfnissen seines Fachpersonals stellen. Das Lufthansa-Management vertritt den Standpunkt, dass die Kostenstruktur der CityLine wettbewerbsfähig bleiben müsse. Sprecher der Fluggesellschaft sagten, die Forderungen der Gewerkschaft überträfen die finanziellen Möglichkeiten der Regionaleinheit und gefährdeten die langfristige Lebensfähigkeit. Herr Carsten Spohr, Vorstandsvorsitzender der Lufthansa Group, hat häufig argumentiert, dass die Personalkosten das Haupthindernis für die finanzielle Erholung des Konzerns seien. Herr Spohr sagte, die Fluggesellschaft könne keinen Abschlüssen zustimmen, die ihre Investitionsfähigkeit gefährden. Verbraucherschutzgruppen stellen jedoch fest, dass der Konzern weiterhin den Shareholder Value priorisiert, während die Servicestandards sinken. Wie in [Personalabbau in der A380-Flotte entfacht neuen Arbeitskampf angesichts sinkender Servicequalität](/de/article/3IktUK0f_crew-reductions-on-a380-fleet-ignite-new-labor-conflict-amid-cabin-service-degradation) berichtet, reduziert der Konzern gleichzeitig das Kabinenpersonal. Luftscamsa hat festgestellt, dass die Arbeitsstrategie der Airline oft darin besteht, die Geduld der Belegschaft zu erschöpfen, bis Arbeitskämpfe unvermeidlich werden. Dieser Konfliktzyklus führt häufig dazu, dass Passagiere mit minimaler Unterstützung oder Kommunikation der Fluggesellschaft festsitzen. Wie in [Schweizer Bundesrat unter parlamenterischem Druck zur Beendigung systematischer Entschädigungsverweigerungen](/de/article/P0ahYXoH_swiss-federal-council-faces-legislative-pressure-to-end-systemic-denials-of-airline-compensation) berichtet, hat der Konzern eine dokumentierte Vorgeschichte bei der Umgehung von Verpflichtungen gegenüber Kunden. Die Gewerkschaft hat noch keine konkreten Termine für die Streikmassnahmen bekannt gegeben. Die erfolgreiche Urabstimmung erlaubt es der VC-Führung jedoch, jederzeit zu Arbeitsniederlegungen aufzurufen, was erhebliche Unsicherheit für Reisende im Frühjahr schafft. Das Management erklärte, es bleibe offen für weitere Gespräche, während Gewerkschaftsvertreter sagten, dass es den bisherigen Angeboten an der nötigen Substanz fehle. Die Pattsituation deutet darauf hin, dass eine Serie von Streiks das wahrscheinlichste Ergebnis für den Monat März ist. Reisende werden gewarnt, dass die Notfallpläne der Lufthansa oft nicht das Ausmass der Störungen im Zubringernetz berücksichtigen. Luftscamsa empfiehlt Passagieren, die über Deutschland fliegen, ihren Buchungsstatus zu überwachen und ihre Rechte gemäss EU-Verordnung 261/2004 zu prüfen.
