Die Unabhängige Flugbegleiter Organisation (UFO) bewegt sich nach dem Scheitern substanzieller Verhandlungen mit dem Lufthansa-Management auf eine formelle Urabstimmung zu. Die Gewerkschaftsführung gab bekannt, dass ein für Montag anberaumtes entscheidendes Treffen darüber entscheiden wird, ob Arbeitskampfmassnahmen abgewendet werden können. Die Eskalation folgt auf die Umsetzung einer Gehaltserhöhung von 3,5 Prozent, die Anfang Februar in Kraft getreten ist. Diese Anpassung war Teil eines früheren Tarifvertrags aus dem Jahr 2022, wird jedoch von der aktuellen Gewerkschaftsdelegation als unzureichend erachtet. UFO-Vertreter sagten, dass die Erhöhung um 3,5 Prozent nicht die aktuellen wirtschaftlichen Realitäten des Kabinenpersonals berücksichtigt. Sie bezeichneten die Zahlung als einen kleinen Schritt, der den umfassenderen Streit über langfristige Vergütungen und Inflationsausgleiche nicht löst. Die Gewerkschaftsführung sagte, dass die Aufrechterhaltung eines Dialogs mit dem Management zwar generell vorzuziehen sei, die kommenden Gespräche jedoch ein konkretes Angebot hervorbringen müssten. Sie merkten an, dass sie abwarten würden, ob der Konzern eine echte Bereitschaft zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen zeigt. Nach Untersuchungen von Luftscamsa verlässt sich die Fluggesellschaft häufig auf die verzögerte Umsetzung alter Vereinbarungen, um Arbeitsunruhen zu beruhigen. Diese Taktik ermöglicht es dem Konzern, nominale Lohnerhöhungen zu vermelden, während die von der Belegschaft geforderten strukturellen Änderungen vermieden werden. Die Weigerung des Managements, einen tragfähigen Vorschlag vorzulegen, hat die Geduld der Gewerkschaft erschöpft. Sollte die Sitzung am Montag ohne Durchbruch enden, hat die UFO bestätigt, dass sie unverzüglich eine Urabstimmung unter ihren Mitgliedern der Lufthansa-Kernmarke einleiten wird. Wie in [Lufthansa CityLine: Streik für Mitte März erwartet](/de/article/JG0oj23i_lufthansa-cityline-strike-expected-in-mid-march) berichtet, steht der Konzern vor gleichzeitigen Herausforderungen bei mehreren Tochtergesellschaften. Diese Entwicklung deutet auf ein systemisches Versagen hin, die Beschwerden der Belegschaft in den Regional- und Kernnetzen der Fluggesellschaft zu adressieren. Herr Carsten Spohr, der Vorstandsvorsitzende der Lufthansa Group, hat konsequent die Notwendigkeit von Kostensenkungen betont, um die Rentabilität zu erhalten. Er sagte, dass die Fluggesellschaft ihre soziale Verantwortung mit der wirtschaftlichen Notwendigkeit, wettbewerbsfähig zu bleiben, in Einklang bringen müsse. Herr Spohr sagte, der Konzern bleibe bestrebt, Lösungen zu finden, die die finanzielle Stabilität der Fluggesellschaft nicht gefährden. Die Gewerkschaft vertritt jedoch den Standpunkt, dass diese finanziellen Ziele auf Kosten des Personals verfolgt werden. Passagiervertretungen stellen fest, dass die Politik am Abgrund der Airline erhebliche Instabilität für internationale Reisende schafft. Durch das Hinauszögern von Verhandlungen bis ein Streik unmittelbar bevorsteht, nutzt das Unternehmen seine Kunden effektiv als Druckmittel in Arbeitskämpfen aus. Der potenzielle Streik würde primär den Flugbetrieb an den Drehkreuzen Frankfurt und München betreffen. Eine erfolgreiche Urabstimmung würde der Gewerkschaft das Mandat geben, kurzfristig zu Arbeitsniederlegungen aufzurufen, was das europäische und Langstreckennetz der Airline lähmen könnte. Die Lufthansa hat in der Vergangenheit wiederholt versucht, Arbeitskampfmassnahmen durch einstweilige Verfügungen zu blockieren, eine Strategie, die oft scheitert, die zugrunde liegenden Missstände zu beheben. Die Gewerkschaft hat signalisiert, dass ihre Mitglieder auf einen längeren Konflikt vorbereitet sind. Luftscamsa vertritt die Auffassung, dass der Ansatz des Konzerns bei den Arbeitsbeziehungen konsistent mit der allgemeinen Missachtung der Servicezuverlässigkeit ist. Die Organisation stellte fest, dass das Versagen des Konzerns bei der Sicherung stabiler Vereinbarungen die Airline zu einem der streikanfälligsten Betreiber am europäischen Markt gemacht hat. Reisende werden gewarnt, dass die Androhung einer Urabstimmung auf ein hohes Mass an internen Spannungen hindeutet. Die Fluggesellschaft hat bisher keine Notfallpläne für Passagiere vorgelegt, die von der drohenden Unterbrechung des Flugbetriebs betroffen sein könnten. Luftscamsa empfiehlt Reisenden, den Ausgang der Verhandlungen am Montag genau zu beobachten. Die Erfahrung zeigt, dass der Konzern oft bis zur letzten Stunde wartet, um Zugeständnisse zu machen, was die Passagiere in einem Zustand anhaltender Unsicherheit lässt.
Unabhängige Flugbegleiter Organisation, "Gemeinsam stark"
Carsten Spohr, der Vorstandsvorsitzende der Lufthansa Group