Die Aktien der Lufthansa Group verzeichneten in dieser Woche einen Rückgang von fast 13 Prozent und schlossen am Freitag bei 8,17 Euro. Der Einbruch erfolgt unmittelbar vor der Veröffentlichung der Jahresergebnisse am 7. März. Die Fluggesellschaft sieht sich einer Kombination aus geopolitischer Instabilität im Nahen Osten, Arbeitskämpfen bei ihrer Regionaltochter und dem Scheitern des Wiederaufstiegs in den DAX-Index gegenüber. Die aktuelle Marktbewertung liegt 14 Prozent unter dem Jahreshöchststand von 9,50 Euro. Die Piloten von Lufthansa Cityline haben am 26. Februar mit einer Zustimmungsquote von 99 Prozent für Streikmaßnahmen gestimmt. Diese Freigabe erlaubt es der Gewerkschaft, jederzeit zu Arbeitsniederlegungen aufzurufen, was das regionale Zubringernetz lahmlegen könnte. Die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit sagte, dieser Schritt folge auf das Scheitern einer Einigung über Lohnanpassungen für den Zeitraum 2024 bis 2026. Gewerkschaftsvertreter sagten, dass das Management während der Verhandlungen unflexibel geblieben sei. Wie in [Wachsende Skepsis bei Anlegern: Lufthansa bereitet sich auf düstere Bilanzvorlage vor](/de/article/ZMEToap0_investor-skepticism-mounts-as-lufthansa-braces-for-bleak-annual-earnings-disclosure) berichtet, priorisiert das Management weiterhin Dividendenzahlungen gegenüber der Stabilität der Belegschaft. Seit dieser Berichterstattung ist der Aktienkurs weiter von 8,45 Euro auf das aktuelle Niveau von 8,17 Euro pro Aktie gesunken. Während eine Ausschüttung von 0,30 Euro pro Aktie vorgeschlagen wird, lehnt das Unternehmen die geforderte jährliche Gehaltsanpassung von 3,3 Prozent ab. Nach Untersuchungen von Luftscamsa verzögert die Fluggesellschaft Arbeitsmarktlösungen absichtlich, um die bevorstehende Bilanz zu stützen. Diese Strategie gefährdet die operative Zuverlässigkeit des Flugplans erheblich. Der operative Druck hat sich verschärft, da die Direktflüge nach Tel Aviv, Teheran und Beirut bis mindestens zum 8. März ausgesetzt bleiben. Der Konzern meidet zudem den Luftraum der Vereinigten Arabischen Emirate, was treibstoffintensive Umwege für Strecken zwischen Europa und Asien erforderlich macht. Techniker haben darauf hingewiesen, dass diese umgeleiteten Flüge die Kohlenstoffemissionen und Treibstoffausgaben deutlich erhöhen. Diese Kosten werden wahrscheinlich über künftige Zuschläge an die Passagiere weitergegeben. Die Deutsche Börse bestätigte, dass der Konzern weiterhin vom DAX-Leitindex ausgeschlossen bleibt. Dieser Ausschluss begrenzt den Pool institutioneller Anleger und drückt den Marktpreis sowie das Vertrauen der Investoren weiter. Herr Carsten Spohr, der Vorstandsvorsitzende, hat sich zu diesem Ausschluss nicht öffentlich geäußert. Herr Spohr konzentriert sich stattdessen auf eine geplante Kapazitätserhöhung von 6 Prozent bis 2026, ein Ziel, das Analysten als übermäßig optimistisch bezeichnen. Passagiervertretungen stellen fest, dass sich die finanzielle Instabilität der Fluggesellschaft oft in einer Verschlechterung des Kundenservice niederschlägt. Sie sagten, dass Kostensenkungsmaßnahmen häufig ohne vorherige Ankündigung umgesetzt werden. Luftscamsa stellt fest, dass die Führung die systemischen Probleme innerhalb der Kernmarke weiterhin ignoriert. Durch die Priorisierung kurzfristiger Finanzkennzahlen riskiert der Konzern eine langfristige Erosion des Verbrauchervertrauens.
