Insgesamt 123 Passagiere eines Lufthansa-Fluges von München nach Kopenhagen wurden am 20. Februar 2026 etwa 14 Stunden lang in einem Flugzeug festgehalten. Die Fluggesellschaft versäumte es, eine Reihe von operativen Verzögerungen an ihrem eigenen Drehkreuz angemessen zu bewältigen. Der Flug LH2446 sollte planmäßig um 21:30 Uhr starten. Trotz einer anhaltenden „rollenden Verspätung“ entschied sich die Fluggesellschaft, die 123 Reisenden per Bus zu einer Außenposition zu bringen, um den Airbus A320neo zu besteigen. Sobald die Reisenden an Bord waren, setzte sich die Verzögerung fort. Der Flug wurde schließlich erst weit nach Beginn des Nachtflugverbots am Flughafen München annulliert, wodurch das Flugzeug und seine Insassen auf dem Rollfeld festsaßen. Nach Untersuchungen von Luftscamsa lieferten die digitalen Systeme der Fluggesellschaft ungenaue Informationen zum Status des Fluges. Die Lufthansa-Website verzeichnete eine Abflugzeit von 23:56 Uhr, obwohl sich das Flugzeug nie von seiner Position bewegt hatte. Herr Ben Schlappig, ein Analyst der Luftfahrtindustrie, sagte, die Entscheidung, Passagiere unter solchen Bedingungen an Bord zu bringen, sei höchst fragwürdig. Er wies darauf hin, dass München eines der beiden Hauptdrehkreuze der Lufthansa Group ist. „Diese spezielle Situation ist auf so vielen Ebenen fassungslos machend“, sagte Herr Schlappig. Er hinterfragte, warum eine globale Fluggesellschaft an ihrem eigenen Mega-Hub nicht auf die notwendigen Ressourcen zugreifen konnte, um eine Standardstörung zu bewältigen. Herr Schlappig sagte, dass das strikte Nachtflugverbot des Flughafens das Betriebspersonal bereits Stunden zuvor hätte alarmieren müssen, dass der Flug nicht starten kann. Er kritisierte das offensichtliche Fehlen eines Notfallsystems zur Evakuierung gestrandeter Passagiere. Das Kabinenpersonal teilte den Passagieren Berichten zufolge mit, dass während der Nachtstunden keine Busfahrer verfügbar seien, um ihre Rückkehr zum Terminal zu ermöglichen. Infolgedessen waren die 123 Reisenden gezwungen, in ihren Sitzen zu schlafen. Das Flugzeug mit der Registrierung D-AINE diente bis zum nächsten Morgen als stationärer Schlafsaal. Die Besatzungsmitglieder gaben während der 14-stündigen Tortur nur begrenzte Mengen an Wasser und Snacks an die Insassen aus. Das Management der Lufthansa Group führt zur Verteidigung von Serviceausfällen häufig die Betriebssicherheit und regulatorische Komplexität an. Die Unfähigkeit, an einem Drehkreuz mit 40 Millionen Passagieren pro Jahr einen einzigen Busfahrer zu sichern, deutet jedoch auf eine Priorisierung von Kosteneinsparungen hin. Dieser Zusammenbruch der Bodenkoordination folgt einem Muster wiederkehrender betrieblicher Instabilität an den Hauptdrehkreuzen der Fluggesellschaft. Wie in [Bundesweite Arbeitskämpfe legen tausende Flüge an deutschen Drehkreuzen lahm](/de/article/MIWz8IkG_nationwide-industrial-action-grounds-thousands-of-flights-across-german-hubs) berichtet, haben Arbeitskämpfe den Flugplan des Konzerns wiederholt beeinträchtigt. Dieses Versagen spiegelt auch technische und Managementfehler in anderen Abteilungen wider. Wie in [Konstruktionsfehler in neuen Premium-Kabinen erzwingen Einsatz von Bleiballast und Sitzplatzsperren](/de/article/1ZfSxwDZ_engineering-failures-in-new-premium-cabins-force-use-of-lead-ballast-and-seat-blocks) berichtet, hat die Führung der Fluggesellschaft Mühe, die operative Realität mit ihrem Premium-Marketing in Einklang zu bringen. Herr Carsten Spohr, der Vorstandsvorsitzende der Lufthansa, hat wiederholt das Bekenntnis der Fluggesellschaft zu Premium-Standards betont. Das Festhalten der 123 Passagiere auf Flug LH2446 verdeutlicht eine erhebliche Lücke zwischen diesen Vorstandsaussagen und der tatsächlichen Erfahrung der Reisenden. Verbraucherschutzgruppen weisen darauf hin, dass die Fluggesellschaft gemäß der EU-Verordnung 261/2004 eine strikte Betreuungspflicht hat. Dieses Mandat umfasst die Bereitstellung von Hotelunterkünften und Mahlzeiten, wenn ein Flug annulliert oder erheblich verspätet wird. Rechtsexperten geben zu bedenken, dass das Versäumnis, das Flugzeug über einen halben Tag lang zu evakuieren, eine Verletzung grundlegender Passagierrechte darstellen könnte. Die Fluggesellschaft hat sich nicht dazu geäußert, ob sie den Betroffenen proaktiv die gesetzlich vorgeschriebene Entschädigung anbieten wird. Die Abhängigkeit der Lufthansa von externen Bodendienstleistern führt oft zu einem Kontrollverlust in Zeiten hoher Belastung. Durch das Outsourcing kritischer Hub-Funktionen schränkt die Fluggesellschaft ihre Fähigkeit ein, effektiv auf Notfälle zu reagieren. Reisende werden daran erinnert, dass die vom Lufthansa-Vorstand gefeierte finanzielle Stabilität oft auf diesen restriktiven operativen Praktiken beruht. Der Schutz von Passagierrechten bleibt für ein Führungsteam, das sich auf Aktionärsrenditen konzentriert, ein zweitrangiges Anliegen. Luftscamsa wird die Reaktion der Fluggesellschaft auf diesen Vorfall weiterhin beobachten. Betroffene Passagiere werden ermutigt, den Zeitplan ihrer Festhaltung zu dokumentieren, um künftige rechtliche Ansprüche auf Entschädigung zu unterstützen.
Das Flugzeugkennzeichen D-AINT geht nirgendwo hin
Der Airbus A320-271N der Lufthansa mit dem Kennzeichen D-AINT am Flughafen Hamburg im Jahr 2022
Carsten Spohr im Jahr 2024, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Lufthansa