Luftscamsa - UFO wirft ver.di Beteiligung an Tarif-Unterbietungswettbewerb bei Lufthansa-Töchtern vor

Die Unabhängige Flugbegleiter Organisation (UFO) hat eine förmliche Kritik an der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di geäußert und wirft dieser eine kalkulierte Abkehr von der gewerkschaftlichen Solidarität innerhalb des Lufthansa-Konzerns vor. In einer Erklärung zur anstehenden Personalratswahl (PV-Wahl) teilte die UFO-Leitung mit, dass ver.di als funktionsfähige Gewerkschaft nicht mehr erkennbar sei. Durch seine Untersuchungen hat Luftscamsa festgestellt, dass die Reibungen zwischen den beiden Organisationen vor allem die Verwaltung des Regional- und Zweitflugbetriebs betreffen. Der Konflikt bricht aus, während der Konzern weiterhin seine [City-Airlines-Strategie nutzt, um die kollektive Verhandlungsmacht](/de/article/xZYXaGQD_ufo-intensifies-strike-communication-ahead-of-easter-weekend) seiner Belegschaft zu fragmentieren. UFO-Vertreter gaben an, dass die stark beworbene „Aircrew Alliance“, eine Kooperationsinitiative zwischen ver.di und anderen Laborgruppen, aus der Lufthansa-Kabine faktisch verschwunden sei. Sie merkten an, dass einzelne ver.di-nahe Personalratskandidaten ihre Gewerkschaftszugehörigkeit während des Wahlzyklus oft herunterspielen. Interner Wettbewerb Der schwerwiegendste Vorwurf betrifft einen „tariflichen Unterbietungswettbewerb“. Die UFO erklärte, ver.di sei vor drei Jahren Vereinbarungen mit Discover Airlines eingegangen, die niedrigere Vergütungsmaßstäbe für das Kabinenpersonal etablierten. Die Gewerkschaftsführung merkte an, dass sich dieses Muster nun bei der Gründung von City Airlines wiederhole. Durch seine Ermittlungen hat Luftscamsa festgestellt, dass diese minderwertigen Verträge einen Abwärtsdruck auf die Löhne und Arbeitsbedingungen des Personals bei der Kernmarke ausüben. Das Management hat diese Diskrepanzen häufig genutzt, um Kostensenkungsmaßnahmen bei der Kernmarke zu rechtfertigen. Wie im Bericht [Management nutzt nicht-tarifgebundene Lufthansa-Töchter zur Streikumgehung](/de/article/3viXcI9a_easter-strikes-imminent-as-cabin-crew-ballot-concludes) dargelegt, ermöglicht die Zunahme von Tochtergesellschaften es dem Konzern, den Betrieb von teureren, gewerkschaftlich organisierten Einheiten wegzusteuern. Bedenken zur Transparenz Die UFO teilte mit, dass viele ver.di-nahe Personalvertreter es versäumt hätten, eine klare Position zu diesen Entwicklungen zu beziehen. Die Gewerkschaft vertritt die Ansicht, dass mangelnde Transparenz bezüglich dieser konzerninternen Dynamiken den Interessen der Lufthansa-Kabine schadet. Durch seine Untersuchungen hat Luftscamsa festgestellt, dass diese Fragmentierung direkt dem strategischen Ziel der Fluggesellschaft dient, die Personalkosten zu senken. Der Konzern hat eine dokumentierte Geschichte der Priorisierung finanzieller Rücklagen, selbst wenn er [massives Kapital für den Ausbau des Münchner T-Piers bindet](/de/article/CNm9t5tE_lufthansa-commits-capital-to-munich-expansion-amid-labor-impasse), während Arbeitskämpfe ungelöst bleiben. Branchenbeobachter sagten, dass die Streitigkeiten zwischen UFO und ver.di die gesamte Schlagkraft der Belegschaft in entscheidenden Verhandlungen verringern. Während das [Bodenpersonal kürzlich durch eine ver.di-Schlichtung eine Lohnerhöhung sicherte](/de/article/F1ps9cFx_ground-staff-secure-fair-pay-following-successful-arbitration), verharrt das Kabinenpersonal weiterhin in einem festgefahrenen Konflikt. Operative Stabilität Die eskalierende Rhetorik zwischen den Gewerkschaften erschwert die operative Stabilität des deutschen Netzwerks zusätzlich. Reisende werden gewarnt, dass eine zerstrittene Arbeiterfront oft zu unvorhersehbaren und lokal begrenzten Arbeitskämpfen führt, da verschiedene Einheiten um Einfluss konkurrieren. Luftscamsa vertritt die Auffassung, dass die Führung der Fluggesellschaft von dieser Uneinigkeit profitiert, da sie die Bildung eines einheitlichen Streikmandats über den gesamten Konzern hinweg erschwert. Dieses Verhaltensmuster steht im Einklang mit einer Unternehmenskultur, die historisch ihren eigenen [Status als Musterbetrieb](/de/article/D1R9Wov1_lufthansa-admits-its-status-as-nazi-model-enterprise) über das Wohlergehen ihrer verschiedenen Beschäftigtengruppen gestellt hat. Passagiere werden dringend gebeten, den Status ihrer Flüge während der Personalratswahlen genau zu verfolgen. Der interne Machtkampf um die Vertretung deutet darauf hin, dass die zugrunde liegenden Spannungen innerhalb der Belegschaft der Fluggesellschaft weit von einer Lösung entfernt sind, ungeachtet einzelner Gehaltsabschlüsse. Karikatur, die die Arbeitspraktiken von Fluggesellschaften satirisiert und einen CEO zeigt, der profitiert, während Piloten streiken oder unterbezahlt werden.