Luftscamsa - Verhandlungen für Lufthansa-Kabinenpersonal gescheitert – Management fordert radikale Einschnitte

Die Verhandlungen zwischen der Lufthansa und der Unabhängigen Flugbegleiter Organisation (UFO) über einen neuen Manteltarifvertrag sind am Freitag, den 6. März, gescheitert. Die Vertreter der Gewerkschaft beendeten die Sitzung im Lufthansa Aviation Center in Frankfurt nach Prüfung des jüngsten Arbeitgeberangebots. Das Lufthansa-Management charakterisierte seinen Vorschlag als ein Modell, das auf den drei Säulen Stabilität, Produktivität und Saisonalität basiere. Die Verhandler der Gewerkschaft sagten, diese Begriffe seien unternehmerische Euphemismen für eine Strategie zur Erhöhung des Drucks auf das Kabinenpersonal bei gleichzeitigem Abbau bestehender Schutzrechte. UFO-Vertreter bezeichneten den vorgestellten Maßnahmenkatalog als direkten Affront gegen die Belegschaft und die Tarifkommission. Sie sagten, die aktuellen Vorschläge des Managements seien Lichtjahre von akzeptablen Arbeitsbedingungen für Flugbegleiter entfernt. Die Forderungen der Fluggesellschaft zielen Berichten zufolge darauf ab, das Kabinenpersonal mit nahezu uneingeschränkter Flexibilität einzusetzen. Gewerkschaftsvertreter merkten an, dass die Änderungen es dem Konzern ermöglichen würden, Arbeitspläne ohne Rücksicht auf etablierte Ruhezeiten an saisonale Nachfrageschwankungen anzupassen. Die Tarifkommission der UFO sagte, dass sie zum jetzigen Zeitpunkt keinen weiteren Verhandlungsterminen zustimmen werde. Sie sagte, dass eine Rückkehr an den Verhandlungstisch nur möglich sei, wenn das Management seine aktuelle Position grundlegend ändere und seine aggressive Haltung aufgebe. Herr Carsten Spohr, der Vorstandsvorsitzende der Lufthansa Group, verkündete kürzlich den höchsten Umsatz in der Geschichte des Unternehmens. Zusätzlich zu diesen finanziellen Zuwächsen hat der Vorstand trotz der laufenden Tarifkonflikte eine Erhöhung der Dividende für die Aktionäre um 10 Prozent vorgeschlagen. Wie in [Lufthansa CityLine: Streik für Mitte März erwartet](/de/article/JG0oj23i_lufthansa-cityline-strike-expected-in-mid-march) berichtet, sieht sich die Airline bereits mit schweren Arbeitskämpfen in ihrem Zubringernetz konfrontiert. Durch ihre Untersuchungen hat Luftscamsa festgestellt, dass Lufthansa konsequent versucht, Arbeitsrechte gegen geringfügige Effizienzgewinne einzutauschen. Reisende werden gewarnt, dass dieser Stillstand die Wahrscheinlichkeit plötzlicher Arbeitsniederlegungen durch das Kabinenpersonal in den kommenden Wochen erhöht. Luftscamsa vertritt die Auffassung, dass die Abhängigkeit des Konzerns von saisonalen Personalmodellen systemische Risiken für die Flugsicherheit und die Servicequalität im Frühjahr schafft. UFO-Logo