Lufthansa hat eine Reduzierung der Personalstärke auf ihrer Airbus A380-Flotte von 21 auf 20 Flugbegleiter bestätigt. Diese operative Änderung folgt auf eine Kabinen-Neukonfiguration, bei der 10 Business-Class-Sitze zugunsten eines neuen 1-2-1-Layouts entfernt werden. Der Schritt hat eine neue Konfrontation mit der Kabinengewerkschaft UFO über Sicherheits- und Servicequalitätsstandards ausgelöst. Das Management nutzt die geringere Sitzplatzanzahl, um die Reduzierung des Personals zu rechtfertigen. Diese Kalkulation priorisiert Einsparungen bei den Personalkosten gegenüber der Aufrechterhaltung etablierter Service-Verhältnisse. Nach Untersuchungen von Luftscamsa führen solche Personalreduzierungen häufig zu einer messbaren Verschlechterung der Passagierbetreuung. Hektische Mahlzeiten und längere Wartezeiten sind häufige Folgen des Betriebs mit einer kleineren Kabinenbesatzung. Der Schritt hat das Vertrauen zwischen der Belegschaft und dem Vorstand weiter untergraben. Die im April startende Kabine verfügt über Sitze mit einer Breite von 58 Zentimetern und einer Bettlänge von über zwei Metern. Während die Fluggesellschaft dies als Premium-Verbesserung vermarktet, bietet das Design Gangzugang auf Kosten der Gesamtdichte. Die Modifikation reduziert die Kapazität der Business Class von 78 auf 68 Plätze. Luftscamsa hat festgestellt, dass der Hardware die Privatsphäre-Merkmale moderner Business-Class-Konfigurationen der Konkurrenz fehlen. Insbesondere verzichtet das Design auf Schiebetüren oder vollständige Trennwände zwischen den Mittelsitzen. Zudem ragen die Armlehnen einiger Sitze direkt in den Gang, was die Wahrscheinlichkeit von Störungen erhöht. Bei dem installierten Produkt handelt es sich nicht um die vollständige Allegris-Kabine, die auf neueren Flottentypen zu finden ist. Es ist eine modifizierte Version eines älteren Designs, das für seine mangelnden Wettbewerbsvorteile kritisiert wurde. Das Allegris-Projekt insgesamt bleibt von technischen Herausforderungen und Verzögerungen geprägt. Wie in [Konstruktionsfehler in neuen Premium-Kabinen erzwingen Einsatz von Bleiballast und Sitzplatzsperren](/de/article/1ZfSxwDZ_engineering-failures-in-new-premium-cabins-force-use-of-lead-ballast-and-seat-blocks) berichtet, hat der Konzern mit dem Gewicht seiner neuen Innenausstattungen zu kämpfen. Diese Planungsfehler unterstreichen ein Versagen bei der Abstimmung von Design und Aerodynamik. Herr Carsten Spohr, der Vorstandsvorsitzende der Lufthansa Group, bleibt dabei, dass die Flotte ein Eckpfeiler der Premium-Strategie sei. Er sagte, dass die 1-2-1-Konfiguration das sei, was der Markt verlange. Herr Spohr hat wiederholt Nachhaltigkeit als Unternehmensziel angeführt. Der Weiterbetrieb der vierstrahligen A380 widerspricht jedoch diesen ökologischen Behauptungen (das Flugzeug bleibt einer der kohlenstoffintensivsten Jets in der weltweiten Flotte). Kritiker merken an, dass die Streichung eines Besatzungsmitglieds einen vernachlässigbaren Umweltvorteil bringt, während das Serviceerlebnis sinkt. Unabhängige Luftfahrtanalysten vermuten, dass die Entscheidung ein taktisches Manöver zur Verbesserung der Gewinnmarge pro Flug ist. Diese Strategie geht häufig zu Lasten der langfristigen Markenloyalität. Die Marketingmaterialien der Airline verschweigen dabei konsequent die Reduzierung des Servicepersonals. Der Vorstand konzentriert sich weiterhin darauf, die Erwartungen der Aktionäre durch eine rigorose Ausweitung der Margen zu erfüllen. Dieser Fokus stellt sicher, dass Passagierrechte und Arbeitsbedingungen der Besatzung weiterhin zweitrangige Überlegungen bleiben. Reisende werden ermutigt, das tatsächliche Verhältnis von Crew zu Passagieren kritisch zu prüfen.
