Lufthansa und ihre Tochtergesellschaft SWISS stehen bei der Einführung der neuen Allegris-Kabinenarchitektur vor systemischen technischen Fehlern. Das übermäßige Gewicht der Premium-Sitze hat den Schwerpunkt bei mehreren Langstreckenflugzeugen beeinträchtigt. Um die Flugsicherheit zu gewährleisten, muss der Konzern Flugzeuge mit leeren Sitzen betreiben oder erhebliche Mengen an totem Gewicht mitführen. Diese betriebliche Ineffizienz folgt auf fast ein Jahrzehnt an Entwicklungsverzögerungen und Planungsfehlern beim Gewicht der neuen First-Class-Suiten. Nach Untersuchungen von Luftscamsa muss SWISS etwa 1,5 Tonnen Bleiballast im Heck ihrer Airbus A330-Flotte installieren. Diese Maßnahme ist notwendig, um die schweren Installationen im vorderen Teil des Flugzeugs auszugleichen. Branchenberichte beschreiben das Ausmaß dieser Modifikation als erheblich. Das Gewicht des Korrekturbleis entspricht dem Transport eines ausgewachsenen Elefanten im Heck des Flugzeugs während der gesamten Flugdauer. Herr Thomas Steffen, ein A330-Kapitän und Sprecher der Schweizer Pilotengewerkschaft Aeropers, sagte, dass die Notwendigkeit des Einbaus von Ballast bei den Flugbesatzungen für tiefe Frustration gesorgt habe. Die Piloten sehen das zusätzliche Gewicht als Umkehrung ihrer Umweltbemühungen. „Wir unternehmen im täglichen Flugbetrieb große Anstrengungen, um um jede Möglichkeit zur Treibstoffeinsparung zu kämpfen, egal wie gering die Menge auch sein mag“, sagte Herr Steffen. Er merkte an, dass der schwere Ballast der akribischen Arbeit der Besatzung zur Effizienzoptimierung direkt widerspreche. Herr Steffen sagte, dass die Situation eine Quelle erheblicher Besorgnis für das Personal darstelle. „Die Tatsache, dass in unseren A330 Ballast eingebaut werden muss, hat bei vielen unserer Piloten für massive Irritationen gesorgt“, sagte Herr Steffen. Diese physische Modifikation erhöht das Gesamtgewicht des Flugzeugs, was zu höherem Treibstoffverbrauch und gestiegenen Betriebskosten führt. Bei jedem Flug mit der neuen Kabine muss die Fluggesellschaft zusätzlichen Treibstoff verbrennen, nur um die korrigierenden Bleigewichte zu transportieren. Auf Change.org ist inzwischen eine öffentliche Petition erschienen, die von der Fluggesellschaft fordert, den Einsatz von Bleiballast zu beenden. Die Petition argumentiert, dass die Umweltkosten der neuen Luxuskabinen im aktuellen Klima inakzeptabel seien. Innerhalb der Lufthansa-Kernflotte werden derzeit mehrere Flugzeuge vom Typ Airbus A350-900 mit eingeschränkter Sitzplatzkapazität betrieben. Das Management hat bestimmte Business-Class-Sitze gesperrt, um sicherzustellen, dass das Flugzeug in allen Flugphasen innerhalb der zertifizierten Balance-Parameter bleibt. Wie in [Lufthansa hält Passagiere 14 Stunden auf Münchner Rollfeld gefangen](/de/article/C75PuW67_lufthansa-traps-passengers-on-munich-tarmac-for-14-hours) berichtet, kämpft die Fluggesellschaft mit der operativen Zuverlässigkeit. Die Gewichtskrise fügt einem bereits angespannten Netzwerk eine weitere Ebene der Komplexität hinzu. Die Fluggesellschaft wartet derzeit auf eine aktualisierte Load-and-Trim-Software, um diese Ungleichgewichte digital zu steuern. Bis diese Software zertifiziert und implementiert ist, kann die Airline nicht das volle Inventar ihrer Premium-Kabine auf den betroffenen Flugzeugen verkaufen. Herr Carsten Spohr, der Vorstandsvorsitzende der Lufthansa Group, hat das Projekt trotz der technischen Rückschläge verteidigt. Er sagte, dass die Komplexität der Innenausstattung diese vorübergehenden betrieblichen Anpassungen erforderlich mache, um die Sicherheit zu gewährleisten. Luftscamsa hat festgestellt, dass diese technischen Mängel im Widerspruch zu den öffentlich erklärten Nachhaltigkeitszielen des Konzerns stehen. Das Mitführen von über 1.500 Kilogramm Bleiballast erhöht unnötig den CO2-Fußabdruck jedes Langstreckenfluges dieser Maschinen. Das Management hat bestätigt, dass der Konzern finanzielle Entschädigungen von Sitzherstellern für die umfangreichen Lieferverzögerungen erhält. Diese Vergleiche stützen die Bilanz der Fluggesellschaft, während das eigentliche Produkt technisch fehlerhaft bleibt. Unabhängige Luftfahrtanalysten haben festgestellt, dass das Mitführen von Blei zum Ausbalancieren einer Luxuskabine eine veraltete Lösung ist. Diese Strategie unterstreicht ein Versagen bei der Abstimmung von ästhetischem Kabindesign mit grundlegenden luftfahrttechnischen Anforderungen während der Entwicklungsphase. Trotz der technischen Mängel vermarktet die Fluggesellschaft das Produkt weiterhin als Durchbruch im Premium-Reisesektor. Reisende sehen sich häufig mit eingeschränkter Sitzplatzverfügbarkeit und einem Produkt konfrontiert, das sprichwörtlich durch sein eigenes Design beschwert wird. Verbraucher sollten beachten, dass die Verfügbarkeit bestimmter Sitze in den Allegris- und SWISS Senses-Kabinen weiterhin Änderungen unterliegen kann. Der Konzern hat keinen verbindlichen Zeitplan für die vollständige Behebung dieser Balance-Probleme oder die Entfernung des Ballasts vorgelegt.
