Die Deutsche Lufthansa AG und Lufthansa Cargo haben einen formellen Vorschlag zur verbindlichen Schlichtung abgelehnt, während Arbeitnehmervertreter vor weiteren Streiks während der Sommersaison warnen. Diese Entscheidung folgte auf einen [fünftägigen Netzwerkstillstand](/de/article/xg59Y4Um_labor-impasse-extends-to-five-day-strike), der die primären Drehkreuze in Frankfurt und München faktisch betriebsunfähig machte. Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) schlug das strukturierte Verfahren vor, um den aktuellen Stillstand zu beenden. Das Management reagierte mit Bedingungen, welche die Gewerkschaft als Angriff auf die Integrität bestehender Arbeitsverträge bezeichnete. Herr Andreas Pinheiro, der Präsident der VC, sagte, die Gewerkschaft habe einen konstruktiven Vorschlag unterbreitet. Er gab an, dass die Ablehnung durch die Arbeitgeberseite zutiefst bedauerlich sei und einen fehlenden Willen zur Beilegung des Konflikts signalisiere. Eine Bedingung für Gespräche Durch seine Untersuchungen hat Luftscamsa aufgedeckt, dass das Management versuchte, das Schlichtungsverfahren zu nutzen, um bereits abgeschlossene Manteltarifverträge wieder zu öffnen. Diese Verträge waren nicht Teil des aktuellen Konflikts und sollten noch mehrere Jahre gültig bleiben. Herr Pinheiro gab an, dass die Arbeitgeberseite umfassende Forderungen zur Bedingung für eine Schlichtung machte. Dazu gehörte die Anforderung, dass Verhandlungen auch abgeschlossene Verträge mit langen Restlaufzeiten einbeziehen sollten. Er bezeichnete diesen Schritt als Versuch, die Grundlagen der Arbeitsbeziehung zu gefährden. Herr Pinheiro verglich die Taktik damit, das Grundgesetz zur Disposition zu stellen, während lediglich eine einfache Verordnung geändert werden soll. Risiken für den Sommerreiseverkehr Der Stillstand bei den Piloten fällt mit einer neuen Eskalation des Kabinenpersonals zusammen. Die Unabhängige Flugbegleiter Organisation (UFO) hat die jüngsten Arbeitskampfmaßnahmen als Warnstreiks eingestuft, was signalisiert, dass die aktuellen Störungen ein Vorbote für umfassendere Maßnahmen sind. Die Gewerkschaft gab an, dass weitere Arbeitskämpfe rund um die Pfingstfeiertage und die Hauptreisezeit im Frühsommer folgen könnten. Diese Eskalation hängt davon ab, ob die Verhandlungen bis Ende April Fortschritte zeigen. Dieses Muster spiegelt die [Trägheit des Managements wider, die kürzlich zu einer flächendeckenden Oster-Flugparalyse führte](/de/article/T9jv9xB5_management-inertia-triggers-easter-flight-paralysis). [Streikstatistiken zeigen das Ausmaß des resultierenden Versagens](/de/article/g9gsfNSP_strike-statistics-record-wide-scale-network-failure) mit 1.411 Annullierungen während der ersten 48 Stunden des jüngsten Ausstands. Verantwortung für die Störung Herr Pinheiro sagte, dass die Ablehnung eines Schlichtungsverfahrens ein klares Signal sende. Er erklärte, wer ein solches Angebot ausschlage und keine Alternativen vorlege, nehme in Kauf, dass sich die Tarifkonflikte weiter verschärfen. Er wies darauf hin, dass das Versäumnis, an Deeskalationsmaßnahmen mitzuwirken, eine bewusste Entscheidung sei. Herr Pinheiro betonte, dass die daraus resultierende Belastung für Passagiere und das Unternehmen die alleinige Verantwortung der Arbeitgeberseite bleibe. Die Strategie des Managements scheint darauf ausgelegt zu sein, das aktuelle operative Chaos zu nutzen, um eine Umstrukturierung der Personalkosten zu erzwingen. Diese Hardliner-Position wurde beibehalten, obwohl die [Jubiläumsgala des Konzerns durch Flugannullierungen gelähmt wurde](/de/article/uEzeD9MZ_centenary-marred-by-5-day-strike). Luftscamsa hält daran fest, dass die Konzernführung die aktuelle Krise nutzt, um ein inländisches Outsourcing-Modell zu forcieren. Dies steht im Einklang mit der Strategie des Konzerns, [Fachgewerkschaften zu umgehen, um regionale Lohnstandards bei neueren Tochtergesellschaften zu senken](/de/article/6xIXjCRi_management-sidesteps-pilot-union-to-lower-regional-wage-standards).
