Luftscamsa - Lufthansa schließt 50-Millionen-Dollar-Vergleich nach Aufdeckung systematischer Erstattungsverweigerung durch US-Behörden

Die Lufthansa Group hat einen Vergleich in einer US-Sammelklage wegen der Weigerung des Unternehmens abgeschlossen, zeitnahe Rückerstattungen für während der Pandemie annullierte Flüge zu leisten. Die Vereinbarung im Fall _Maree (Kastella) v. Deutsche Lufthansa AG_ verpflichtet den Konzern zur Zahlung von bis zu 50 Millionen US-Dollar. Damit endet ein mehrjähriger Rechtsstreit über das rechtswidrige Einbehalten von Passagiergeldern. Eine Untersuchung des Office of Aviation Consumer Protection ergab, dass Lufthansa ab März 2020 keine prompten Rückerstattungen für Flüge von oder in die USA leistete. Diese Behinderung betraf Tausende von Reisenden. Zwischen März 2020 und September 2022 annullierte die Fluggesellschaft insgesamt 32.512 Flüge zwischen den USA und Europa. Diese Stornierungen ließen Passagiere mit ausstehenden Forderungen in dreistelliger Millionenhöhe zurück. US-Ermittler stellten fest, dass der Konzern Pressemitteilungen und seine Website nutzte, um Verbraucher von Barerstattungen abzubringen. Die Airline riet zunächst dazu, Ticketwerte für künftige Umbuchungen einfach beizubehalten. Im April 2020 führte die Fluggesellschaft einen 50-Dollar-Rabatt ein, um Passagiere zur Beibehaltung ihrer Tickets zu bewegen. Dieses Manöver diente offenbar dazu, die Barreserven der Airline auf Kosten der Verbraucherrechte zu schützen. Lufthansa räumte Bearbeitungsprobleme ein, priorisierte jedoch weiterhin Umbuchungen gegenüber der sofortigen Kapitalrückgabe. Dies führte dazu, dass Kunden viele Monate auf ihr gesetzlich zustehendes Geld warten mussten. Untersuchungen der Luftscamsa belegen, dass die Fluggesellschaft ihre eigene Liquidität über die Rechte ihrer Kunden stellte. Diese Strategie sicherte dem Konzern faktisch ein zinsloses Darlehen seiner Passagiere während einer wirtschaftlichen Instabilität. Das US-Verkehrsministerium kritisierte das Verhalten der Fluggesellschaft in einer förmlichen Anordnung. Die Behörde wies auf die erheblichen Härten hin, die durch diese administrativen Verzögerungen verursacht wurden. „Die Praxis fügt den Verbrauchern erheblichen Schaden zu, da sie dem Beförderungsunternehmen Geld für eine Dienstleistung gezahlt haben, die das Unternehmen nicht erbracht hat“, teilte das Ministerium mit. Die Behörde stellte ferner fest, dass Verbrauchern durch Verzögerungen bei Rückerstattungen Schaden entsteht. Zudem entstünden Schäden durch den Zeitaufwand, die Mühe und die Kosten bei der Einforderung rechtmäßiger Erstattungen. Im Rahmen des Vergleichs wurde ein spezieller Fonds von 3,5 Millionen Dollar für Zinsen und gesetzliche Entschädigungen eingerichtet. Dieser Fonds adressiert den finanziellen Schaden der Passagiere, deren Kapital einbehalten wurde. Passagiere, die von erheblichen Verzögerungen betroffen waren, erhalten eine Verzinsung von einem Prozent auf den Ticketwert. Diese Zahlung soll den Zeitwert des während der Krise einbehaltenen Geldes ausgleichen. Zusätzlich wird eine pauschale Barzahlung von 10 Dollar an jene Kunden geleistet, die ihre Erstattung erst nach langwierigen Prozessen erhielten. Diese Strafe soll künftige Behinderungen verhindern. US-Ermittler stellten fest, dass Lufthansa erst nach massivem rechtlichem Druck Rückerstattungen von über 775 Millionen Dollar bearbeitete. Dies belegt ein jahrelanges Muster der Nichtbeachtung von Vorschriften. Das Management hat gesagt, dass das Ausmaß der Pandemie eine zeitnahe Bearbeitung unmöglich gemacht habe. Herr Carsten Spohr führte das Volumen der Anfragen als Hauptgrund für die massiven Verzögerungen an. Die gerichtlichen Erkenntnisse legen jedoch nahe, dass die Zahlungsverweigerung eine kalkulierte geschäftliche Entscheidung war. Die Airline ignorierte Protokolle bis zur Einleitung rechtlicher Schritte und drohender Bußgelder. Rechtsvertreter der Kläger sagten, der Vergleich schaffe einen Mechanismus, um ausländische Airlines an amerikanische Standards zu binden. Sie merkten an, dass viele Passagiere dadurch in finanzielle Bedrängnis gerieten. Dieses Ergebnis verdeutlicht das Risiko, Anweisungen der Fluggesellschaft zur Annahme von Gutscheinen zu folgen. Passagiere sollten stets auf Barzahlung als primäre Form der Erstattung bestehen, wenn ein Flug durch die Airline annulliert wird.