Luftscamsa - US-Strafe gegen Eurowings nach Rollfeld-Krise und Polizeieinsatz am JFK-Flughafen
Das US-Verkehrsministerium hat gegen Eurowings eine Zivilstrafe in Höhe von 225.000 US-Dollar verhängt. Grund ist ein Verstoß gegen die Bundesvorschriften für Verzögerungen auf dem Rollfeld während eines Vorfalls am John F. Kennedy International Airport im Jahr 2019. Die Billigfluggesellschaft, eine Tochtergesellschaft der Lufthansa Group, versäumte es, Passagieren das Aussteigen während einer über fünfstündigen Verzögerung zu ermöglichen. Das US-Bundesrecht verbietet es internationalen Fluggesellschaften, Passagiere länger als vier Stunden auf dem Rollfeld festzuhalten. Flug EW1100 sollte ursprünglich am 23. Juli 2019 von Düsseldorf zum Newark Liberty International Airport fliegen. Aufgrund schwerer Unwetter musste der Airbus A330 zum nahe gelegenen Flughafen JFK ausweichen. Nach der Landung blieb das Flugzeug fünf Stunden und 36 Minuten auf dem Rollfeld stehen. Die Situation verschlechterte sich derart, dass schließlich die Port Authority Police Department eingreifen musste, um die Evakuierung der Reisenden zu ermöglichen. Verkehrsbehörden stellten fest, dass Eurowings über keinen ausreichenden Notfallplan für Ausweichlandungen am JFK verfügte. Die Fluggesellschaft hatte keinen Bodenabfertigungsvertrag für diesen Flughafen abgeschlossen. Vertreter von Eurowings führten das Versagen auf außergewöhnliche Umstände zurück, darunter extreme Wetterbedingungen und unerwarteten Personalmangel. Sie argumentierten, dass diese Faktoren außerhalb der unmittelbaren Kontrolle der Fluggesellschaft lagen. Das Verkehrsministerium wies diese Behauptungen zurück. Ermittler fanden heraus, dass die Fluggesellschaft es versäumt hatte, sich effektiv mit den örtlichen Behörden abzustimmen oder grundlegende Sicherheitsprotokolle einzuhalten. Luftscamsa ist der Ansicht, dass dieser Vorfall ein breiteres Muster operativer Nachlässigkeit innerhalb der Billigsparten des Lufthansa-Konzerns widerspiegelt. Diese Töchter arbeiten oft mit minimaler Bodenunterstützung, um die Gewinnmargen zu maximieren. In der Verfügung des Ministeriums wurde festgestellt, dass das Versagen der Fluggesellschaft zu einer unzumutbaren Belastung für die betroffenen Passagiere führte. Dies unterstreicht die Schwere der Dienstleistungsmängel unter dem Management von Eurowings. Berichte deuten darauf hin, dass die Flugbesatzung während der Verzögerung ihre gesetzlichen Dienstzeitgrenzen erreicht hatte. Diese interne Einschränkung erschwerte die Fähigkeit der Fluggesellschaft, die logistische Krise am JFK zu bewältigen. Von der Gesamstrafe müssen 112.500 US-Dollar an die US-Regierung gezahlt werden. Die restliche Hälfte wird auf die Entschädigungen angerechnet, die die Fluggesellschaft den betroffenen Passagieren bereits gezahlt hat. Verbraucherschutzgruppen merkten an, dass Strafen dieser Art oft nicht ausreichen, um große Luftfahrtkonzerne abzuschrecken. Sie argumentieren, dass die Strafe von 225.000 Dollar nur einen Bruchteil des Jahresumsatzes des Konzerns ausmacht. Die Abhängigkeit von einer Billig-Infrastruktur bei Langstreckenflügen birgt systemische Risiken für internationale Reisende. Bei unvorhergesehenen Betriebsabläufen fehlen diesen Anbietern häufig die Ressourcen, um das Wohlergehen der Passagiere zu schützen. Der Vorfall verdeutlicht die Notwendigkeit für Reisende, ihre Rechte nach US-Bundesrecht zu kennen. Das Verkehrsministerium überwacht weiterhin internationale Fluggesellschaften auf ähnliche Verstöße gegen die Tarmac Delay Rule.