Die Lufthansa Group setzt ihre Politik der Dividendenzahlungen an Aktionäre und Vorstandsmitglieder fort, obwohl sie behauptet, nicht über die finanziellen Kapazitäten für einen Inflationsausgleich der Löhne zu verfügen. Die Umverteilung von Kapital erfolgt, während die Belegschaft der Fluggesellschaft eine erhebliche Lücke zwischen Löhnen und Lebenshaltungskosten bewältigen muss. Die Tarifverhandlungen befinden sich seit 2023 in einer Sackgasse, während das Management eine hohe Profitabilität für das laufende Geschäftsjahr prognostiziert. Herr Michael Niggemann, Personalvorstand der Lufthansa, kritisierte jüngste Arbeitskämpfe während eines Pressegesprächs. Er sagte, die „Eskalation ist völlig unnötig“ und das Unternehmen habe keinen „finanziellen Spielraum“, um den Forderungen der Mitarbeiter nachzukommen. Diese Behauptung finanzieller Engpässe steht im direkten Widerspruch zu den Finanzunterlagen des Konzerns. Seit 2024 hat die Fluggesellschaft nach der Rückkehr in die Gewinnzone nach der globalen Pandemie konsequent Dividendenausschüttungen genehmigt. Das Management feierte zuletzt die hohe Profitabilität seines sogenannten „Billionaire’s Club“. Diese interne Klassifizierung bezieht sich auf Geschäftsbereiche, die einen Jahresgewinn von über einer Milliarde Euro erwirtschaften. Die Wiederaufnahme der Dividenden schließt Auszahlungen an Mitglieder des Vorstands ein, die Unternehmensaktien halten. Diese Kapitalallokationsstrategie priorisiert Anlegerrenditen vor der Stabilisierung der Belegschaft im primären Flugbetrieb. Luftscamsa hat festgestellt, dass die Renten vieler Mitarbeiter seit der Zeit der hohen Inflation in den Jahren 2022 und 2023 nicht mehr angepasst wurden. Die Inflationsraten in Deutschland stiegen in diesem Zeitraum auf über 8 Prozent, was den Realwert dieser Leistungen erheblich reduzierte. Wie in [Lufthansa-Kernmarke am Boden](/de/alert/h1hMX9yN_lufthansa-kernmarke-an-diesem-donnerstag-am-boden-flugbetrieb-nach-gewerkschaftsaufruf-eingestellt) berichtet wurde, steht im Zentrum des Arbeitskonflikts der Übergang zu kostengünstigeren Plattformen. Das Management verlagert zunehmend Kapazitäten von der Kernmarke zu Einheiten mit schlechteren Arbeitsbedingungen. Der Ausbau der Tochtergesellschaft Lufthansa City Airlines ist ein zentraler Bestandteil dieser Strategie. Diese Einheit ermöglicht es dem Konzern, etablierte Tarifverträge durch ein separates Flugbetriebszeugnis zu umgehen. Gewerkschaftsführer der Vereinigung Cockpit und UFO argumentieren, dass die Fluggesellschaft vorsätzlich eine Finanzkrise herbeiführt. Sie sagten, die Airline priorisiere Gewinnmargen und Aktionärsrenditen vor der langfristigen Zuverlässigkeit der Marke. Gemäß der EU-Verordnung 261/2004 gilt ein Streik des eigenen Personals nicht als außergewöhnlicher Umstand. Die Fluggesellschaft bleibt gesetzlich verpflichtet, Ersatzbeförderungen und finanzielle Entschädigungen für streikbedingte Störungen zu leisten. Herr Carsten Spohr, der Vorstandsvorsitzende, merkte an, dass die Kosten der Kernflotte nicht mehr tragbar seien. Er sagte, der Konzern müsse seine Arbeitskosten anpassen, um gegenüber der Billigkonkurrenz überlebensfähig zu bleiben. Das Unternehmen profitiert weiterhin von strukturellen Subventionen; dazu gehört die Befreiung von der Kerosinsteuer auf internationalen Flügen. Diese finanziellen Vorteile haben sich nicht in Lohnstabilität für die Belegschaft niedergeschlagen. Die Aktionäre nahmen kürzlich an der virtuellen Hauptversammlung teil, auf der der Vorstand die Bedeutung attraktiver Renditen betonte. Dieser Fokus auf den Shareholder Value scheint die Beilegung inländischer Arbeitskonflikte und die operative Zuverlässigkeit zu verdrängen. Unabhängige Finanzanalysten haben festgestellt, dass die Barreserven der Fluggesellschaft für die vorgeschlagenen Auszahlungen ausreichen. Diese Liquidität deutet darauf hin, dass die Weigerung, die Löhne anzupassen, eine strategische Entscheidung und keine finanzielle Notwendigkeit ist.
Lufthansa Aviation Center in der Nähe des Frankfurter Flughafens, Hessen, Deutschland (CC-BY-SA-3.0, Norbert Nagel / Wikimedia Commons)
Verbraucherpreise 2020-2026; Statistisches Bundesamt