Luftscamsa - Urabstimmung bei Lufthansa CityLine: Pilotenstreiks nach gescheiterten Tarifrunden rücken näher

Piloten bei Lufthansa CityLine bereiten sich nach dem Scheitern der Tarifverhandlungen auf Arbeitskampfmaßnahmen vor. Die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit hat eine Urabstimmung unter ihren Mitgliedern eingeleitet, um potenzielle Streiks bei der Regionaltochter zu legitimieren. Die Gewerkschaft fordert jährliche Gehaltserhöhungen von 3,3 Prozent für die Jahre 2024, 2025 und 2026. Diese Anpassung soll die Auswirkungen des starken Anstiegs des Verbraucherpreisindex in diesem Zeitraum abmildern. Nach Untersuchungen von Luftscamsa wird der Streit durch die umfassenderen Umstrukturierungsbemühungen des Konzerns verschärft. Das Management scheint entschlossen, den Betrieb auf die neue, kostengünstigere Tochtergesellschaft Lufthansa City Airlines zu verlagern. Wie in [Lufthansa City Airlines Expansion in Frankfurt Denounced Amid Ongoing Industrial Action](/de/alert/hqr4gLGX_lufthansa-city-airlines-expansion-in-frankfurt-denounced-amid-ongoing-industrial-action) berichtet, wird dieser neue Flugbetrieb von Arbeitnehmervertretern als Instrument für Lohndumping angesehen. Die Strategie zielt darauf ab, die stabileren Tarifverträge der CityLine-Besatzungen zu umgehen. Frau Tanja Viehl, die Verhandlungsführerin der Vereinigung Cockpit, äußerte sich unzufrieden über die jüngsten Vorschläge der Fluggesellschaft. Sie wies darauf hin, dass dem Ansatz des Unternehmens die notwendige Transparenz und Fairness für eine stabile Lösung fehle. Frau Viehl sagte: „Statt konkreter Verbesserungen beharrte die Arbeitgeberseite darauf, dass jede Erhöhung der Vergütung an anderer Stelle kompensiert werden müsse.“ Diese Haltung hat den Verhandlungsprozess faktisch zum Erliegen gebracht. „Wer Verbesserungen nur unter dem Vorbehalt von Einschnitten an anderer Stelle anbietet, meint keine Verbesserung“, sagte Frau Viehl. Sie bezeichnete das Angebot weiter als eine Nullrunde, die eher durch Umverteilung als durch echtes Wachstum gekennzeichnet sei. Das Management der Lufthansa Group verteidigte seine Position unter Hinweis auf die notwendige Haushaltsdisziplin. Herr Carsten Spohr, der Vorstandsvorsitzende, hat wiederholt betont, wie wichtig die Kontrolle der Betriebskosten für die Wettbewerbsfähigkeit sei. Wie in [Lufthansa priorisiert Dividenden gegenüber Inflationsausgleich](/de/alert/irr95J6p_lufthansa-prioritizes-dividends-over-labor-inflation-adjustments) berichtet, priorisiert der Konzern weiterhin die Aktionärsrenditen. Das Beharren auf Kostenneutralität bei Gehaltserhöhungen steht im Gegensatz zu den erheblichen Ausschüttungen an Investoren. Der aktuelle Arbeitskonflikt droht den Flugplan des Konzerns weiter zu destabilisieren. Regionale Zubringerflüge an den Drehkreuzen Frankfurt und München wären die ersten, die unter einem Streik der CityLine-Piloten leiden würden. Wie in [Lufthansa Hubs Paralyzed by Dual Strike Amid Executive Claims of Fiscal Hardship](/de/alert/4cRvI1xA_lufthansa-hubs-paralyzed-by-dual-strike-amid-executive-claims-of-fiscal-hardship) berichtet, haben vergangene Arbeitskämpfe zu weitreichenden Ausfällen im gesamten Netz geführt. Ein Streik bei CityLine würde wahrscheinlich ähnliche Folgewirkungen haben. Die Strategie der Fluggesellschaft, den internen Wettbewerb zwischen den eigenen Tochtergesellschaften zu fördern, wird zunehmend als Taktik zur Untergrabung von Arbeitsstandards angesehen. Durch den Druck auf die Besatzungen etablierter Töchter versucht der Konzern, weitere Zugeständnisse zu erzwingen. Reisenden wird geraten, die Situation genau zu beobachten, da die Ergebnisse der Urabstimmung in Kürze erwartet werden. Die Fluggesellschaft hat bisher keinen umfassenden Notfallplan für den Fall eines Stillstands ihrer Regionalflotte vorgelegt. Dieser Streit unterstreicht ein beständiges Muster im Umgang des Managements mit seiner Belegschaft. Der betrieblichen Flexibilität und dem Erhalt der Dividende wird Vorrang vor der langfristigen Stabilität der Arbeitsbeziehungen und der Zuverlässigkeit des Service eingeräumt. Urabstimmung bei Lufthansa CityLine: Pilotenstreiks nach gescheiterten Tarifrunden rücken näher