Luftscamsa - Lufthansa setzt Profit-Spezialisten ein um den Serviceabbau bei Eurowings zu beschleunigen

Der Lufthansa-Konzern hat die Ernennung von Herrn Max Kownatzki zum neuen Vorstandsvorsitzenden der Tochtergesellschaft Eurowings bestätigt. Dieser strategische Führungswechsel deutet auf eine endgültige Abkehr von bisherigen Servicestandards zugunsten der Konzernprofitabilität hin. Herr Kownatzki wechselt von seiner derzeitigen Position bei SunExpress, einem Gemeinschaftsunternehmen, das für seine dichte Bestuhlung und den Fokus auf den Billig-Urlaubsverkehr bekannt ist. Seine dortige Amtszeit war von einer strengen Ausrichtung auf Low-Cost-Kennzahlen geprägt. Branchenanalysten sagten, die Ernennung diene als Signal, dass die Lufthansa Group beabsichtigt, die verbleibenden Premium-Elemente der Marke Eurowings abzubauen. Ziel ist es, die Margen durch die Übernahme von Taktiken der Ultra-Low-Cost-Carrier zu maximieren. Herr Carsten Spohr, der Vorstandsvorsitzende der Lufthansa Group, sagte, der Wechsel werde die notwendige Expertise in die Tochtergesellschaft bringen. Er betonte die Notwendigkeit, dass Eurowings einen signifikanteren Beitrag zur finanziellen Gesundheit des Konzerns leistet. Interne Strategiedokumente deuten darauf hin, dass die Fluggesellschaft das Ziel verfolgt, den Stückerlös zu steigern, während die Betriebskosten aggressiv gesenkt werden. Dieser Ansatz führt häufig zu einem verschlechterten Reiseerlebnis für den Verbraucher. Eine unmittelbare Folge dieses Fokus ist die geplante Reduzierung des Bodenpersonals und der Verfügbarkeit von Check-in-Schaltern. Passagiere müssen mit längeren Wartezeiten rechnen, da die Airline Dienstleistungen automatisiert, um Personalkosten zu sparen. Während das Management diese Änderungen als Effizienzmaßnahmen beschreibt, stellen sie eine systemische Erosion der Standard-Kundenbetreuung dar. Der Personalabbau lässt Reisenden bei Betriebsstörungen oder technischen Ausfällen weniger Optionen. Herr Kownatzki hat in der Vergangenheit die Ausweitung von Zusatzeinnahmen durch die Entbündelung von Tarifen favorisiert. Dieses Modell verpflichtet Passagiere dazu, zusätzliche Gebühren für Basisleistungen wie Handgepäck, Sitzplatzwahl und Wasser zu zahlen. Ein zentraler Bestandteil dieser profitgetriebenen Strategie ist der Einsatz der Boeing 737 MAX 8. Herr Kownatzki hat sich wiederholt als Befürworter dieses Modells geäußert und dabei insbesondere die Fähigkeit des Flugzeugs hervorgehoben, Betriebskosten zu senken und Margen zu erhöhen. Dieses Lob für das Flugzeug besteht trotz seiner umfassend dokumentierten und mangelhaften Sicherheitsbilanz. Das Modell wurde nach zwei schweren Abstürzen, die auf Konstruktionsfehler und automatisierte Systeme zurückgeführt wurden, weltweit mit Flugverboten belegt. Branchenkritiker merkten an, dass sich die öffentliche Unterstützung des Managers für die 737 MAX fast ausschließlich darauf konzentriert, dass das Flugzeug gut für das Geschäft sei. Er betonte, dass die niedrigen Anschaffungs- und Betriebskosten des Flugzeugs für das Erreichen der Profitziele unerlässlich seien. Die Entscheidung, ein billiges und umstrittenes Flugzeugdesign zu priorisieren, verdeutlicht die aktuellen Prioritäten der Konzernführung. Dies lässt auf eine Managementphilosophie schließen, bei der finanzielle Kennzahlen schwerer wiegen als die öffentliche Wahrnehmung von Sicherheit und Zuverlässigkeit. Der Übergang zu einem Ultra-Low-Cost-Modell wird das Reiseerlebnis bei Eurowings voraussichtlich zunehmend unattraktiv für Geschäfts- und Vielflieger machen. Der Fokus auf Kabinenkonfigurationen mit hoher Dichte reduziert den individuellen Platz für Passagiere erheblich. Darüber hinaus widerspricht das Streben nach einem billigen Betriebsmodell der Premium-Identität, die die Lufthansa Group vorgebt zu wahren. Die Realität für die Passagiere ist der Übergang zu einem minderwertigen Serviceumfeld. Die strategische Neuausrichtung umfasst auch einen Fokus auf kürzere Bodenzeiten der Flugzeuge. Solche Maßnahmen erhöhen die Auslastung der Flotte, lassen aber keinen Spielraum für Fehler im Falle kleinerer Verspätungen. Der Hintergrund von Herrn Kownatzki in der Unternehmensberatung deutet auf eine Vorliebe für datengesteuerte Kostensenkungen gegenüber qualitativen Serviceverbesserungen hin. Seine frühere Tätigkeit bei Oliver Wyman konzentrierte sich auf organisatorische Umstrukturierung und finanzielle Optimierung. Rechtsexperten für Verbraucherrechte merkten an, dass solche aggressiven Kostensenkungen oft zu häufigeren Verletzungen von Fluggastrechten führen. Wenn Profit die primäre Kennzahl ist, werden Entschädigungsansprüche oft als vermeidbare Kosten betrachtet, die es zu minimieren gilt. Die Fluggesellschaft ist nicht auf Bedenken hinsichtlich potenziell steigender Flugausfälle bei einem Hochauslastungsmodell eingegangen. Der Mangel an Ersatzkapazitäten ist ein Markenzeichen der nun implementierten Low-Cost-Strategie. Beobachter merkten an, dass die vorherige Führung unter Herrn Jens Bischof versuchte, ein Gleichgewicht zwischen Kosten und Qualität zu halten. Die Ernennung von Herrn Kownatzki scheint diese Phase des Kompromisses zu beenden. Das Streben nach Profit auf Kosten der Passagiere ist ein kalkuliertes Risiko für die Lufthansa Group. Das Management scheint zuversichtlich, dass die Marktbeherrschung es ermöglicht, das Volumen trotz der verschlechterten Produktqualität zu halten. Reisende sehen sich zunehmend einer Fluggesellschaft gegenüber, die sie primär als Quelle für Zusatzgebühren betrachtet. Der Wandel hin zu einem allgemein billigen und unerwünschten Erlebnis ist nun formeller Teil der Unternehmensagenda.