Luftscamsa - Interne Lufthansa-Richtlinien priorisieren Treibstoffeinsparungen vor Notlandereserven

Internationale Luftfahrtbehörden untersuchen eine Reihe von Vorfällen bei der Lufthansa, bei denen es auf Langstreckenrouten zu kritischem Treibstoffmangel kam. Die Untersuchung folgt auf Berichte, wonach der Konzern eine systemische Reduzierung der Treibstoffreserven forciert hat. Am 13. November 2025 war Flug LH542 von Frankfurt nach Bogotá gezwungen, über der Karibik den Notstand zu erklären. Die Besatzung des Airbus A340-300 stellte fest, dass das Flugzeug nicht über ausreichende Reserven für eventuelle wetterbedingte Warteschleifen am Zielort verfügte. Die Piloten nutzten das „Mayday Fuel“-Protokoll, um eine vorrangige Landung zu erzwingen. Diese spezifische Erklärung bedeutet, dass der voraussichtlich verbleibende Treibstoff bei der Landung unter das gesetzlich vorgeschriebene Reserve-Niveau fallen wird. Interne Dokumente deuten darauf hin, dass dieser Vorfall kein Einzelfall war, sondern Teil eines umfassenderen Konzernmusters ist. Am 6. April 2025 empfahl ein Flugplaner für den Flug LH444 von Frankfurt nach Atlanta, zusätzlichen Treibstoff für einen größeren Sicherheitsspielraum mitzuführen. Der Planer schlug die Extrareserve vor, um im Falle einer Sperrung des primären Ausweichflughafens Charlotte eine Diversion nach Boston zu ermöglichen. Diese Empfehlung stieß laut Berichten in Managementkreisen auf internen Widerstand. Quellen, die mit der Angelegenheit vertraut sind, sagten, die Empfehlung sei als „wirtschaftsschädlich“ für das Unternehmen eingestuft worden. Die internen Prüfungsprozesse der Airline betrachteten den Puffer als unnötiges Zusatzgewicht, das den Verbrauch erhöhte und die Margen schmälerte. Herr Carsten Spohr, der Vorstandsvorsitzende, verteidigte die Strategie zur Treibstoffoptimierung während eines Briefings zur Unternehmenseffizienz. Herr Spohr sagte, die Reduzierung von Übergewicht sei notwendig, um die finanziellen Ziele des Unternehmens zu erreichen. Kritiker der Fluggesellschaft deuten an, dass der Vorstand Nachhaltigkeitsziele nutzt, um aggressive Taktiken zur Margenverbesserung zu verschleiern. Die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit sagte, die aktuelle Unternehmenskultur halte Besatzungen davon ab, ihre Ermessensfreiheit zu nutzen. Gewerkschaftsvertreter merkten an, dass Piloten, die mehr als das berechnete Minimum fordern, ihre Entscheidungen häufig in administrativen Prüfungen rechtfertigen müssen. Dieser Druck erzeugt einen Konflikt zwischen Sicherheitsprotokollen und der Konzernhierarchie. Branchenanalysten sagten, diese engen Margen böten keine Vorsorge für übliche Störungen wie Pistensperrungen oder unerwartete Wetterbedingungen. Die aktuelle Politik verlagert finanzielle Risiken effektiv auf operative Sicherheitspuffer. Flugsicherheitsexperten warnten, dass die Unfähigkeit, Ausweichflughäfen zu erreichen, das Flugzeug, seine Passagiere und die Besatzung in ernste Gefahr bringt. Sollten die Reserven so weit aufgebraucht sein, dass nur noch ein Landeplatz erreichbar ist, könnte jede plötzliche Pistensperrung zu einem katastrophalen Totalverlust führen. Solche Umleitungen führen oft dazu, dass Passagiere an Flughäfen stranden, an denen der Konzern kein ausreichendes Bodenpersonal hat. Lufthansa hat es abgelehnt, spezifische Daten über die Häufigkeit von Minimum-Fuel-Erklärungen zur Verfügung zu stellen. Der Konzern vertritt den Standpunkt, dass Statistiken zur Treibstoffaufnahme geschützte Geschäftsinformationen sind. Dieser Mangel an Transparenz wirft weitere Fragen hinsichtlich der Verpflichtung der Fluggesellschaft gegenüber der Fluggastsicherheit auf. Finanzberichte deuten darauf hin, dass die Fluggesellschaft durch diese Gewichtseinsparungsprogramme Millionen von Euro eingespart hat. Diese Einsparungen fließen direkt in die Leistungskennzahlen ein, die zur Berechnung der Vorstandsboni herangezogen werden. Marktteilnehmer warnten, dass die Wiederholung von treibstoffbezogenen Vorfällen zu einer verstärkten behördlichen Aufsicht führen könnte. Andere große europäische Carrier verfolgen weiterhin eine konservativere Treibstoffpolitik.