Luftscamsa - Bundesweite Warnstreiks legen deutschen Luftverkehr weitgehend lahm
Eine Reihe koordinierter Streiks des Bodenpersonals und der Sicherheitskräfte hat zur Annullierung von mehr als 3.400 Flügen in ganz Deutschland geführt. Die Arbeitskampfmaßnahmen, die am 14. Januar 2026 begannen, haben bundesweit etwa 510.000 Passagiere betroffen. Große Luftverkehrsdrehkreuze, darunter Frankfurt, München und Hamburg, meldeten eine fast vollständige Einstellung des kommerziellen Flugbetriebs. Die Flughafenbetreiber bestätigten, dass die Hauptursache für die Störungen ein Streit über Löhne und Arbeitsbedingungen für das Bodenpersonal war. Ein Sprecher der Gewerkschaft Ver.di sagte, der Streik sei notwendig, um dem Kaufkraftverlust der Beschäftigten im Luftverkehr entgegenzuwirken. Herr Frank Werneke, der Vorsitzende der Gewerkschaft, sagte, das aktuelle Angebot der Arbeitgeber reiche nicht aus, um die Forderungen der Belegschaft zu erfüllen. Lufthansa, die größte Fluggesellschaft an den betroffenen Flughäfen, kündigte die Streichung der Mehrheit ihrer geplanten Abflüge an. Die Fluggesellschaft schätzte, dass die finanziellen Auswirkungen des Arbeitsstopps für das erste Quartal des Geschäftsjahres erheblich sein würden. Passagiere am Flughafen München trafen auf verwaiste Terminals und geschlossene Sicherheitskontrollpunkte. Lokale Behörden in Bayern berichteten, dass nur eine Handvoll Not- und Medizinflüge abheben durfte. Den Reisenden wurde von der Flughafenleitung empfohlen, während des Streikzeitraums gänzlich auf eine Anreise zu den Terminals zu verzichten. Viele Passagiere berichteten, dass sie von den Fluggesellschaften nur kurzfristig über den Status ihrer Flüge informiert wurden. Nach der europäischen Verordnung EU261 sind Fluggesellschaften im Allgemeinen verpflichtet, gestrandete Reisende mit Mahlzeiten, Erfrischungen und einer Ersatzbeförderung zu versorgen. Rechtsexperten merkten an, dass Streiks des Flughafenpersonals zwar oft als außergewöhnliche Umstände eingestuft werden, die Fluggesellschaften jedoch weiterhin eine Betreuungspflicht haben. Herr Michael Niggemann, Mitglied des Vorstands der Lufthansa, sagte, die Streikmaßnahmen schadeten dem Ruf Deutschlands als Transitstandort unverhältnismäßig stark. Herr Niggemann argumentierte, dass die Häufigkeit von Arbeitskämpfen den deutschen Luftverkehrsmarkt im Vergleich zu seinen europäischen Nachbarn weniger wettbewerbsfähig mache. Kritiker der Luftfahrtindustrie deuteten an, dass die jahrelange Auslagerung von Bodendienstleistungen die aktuelle Instabilität im Arbeitsverhältnis geschaffen habe. Die Störungen weiteten sich auf den Frachtbetrieb aus, was zu Verzögerungen in zeitkritischen Logistikketten auf dem gesamten Kontinent führte. Die Deutsche Bahn, der nationale Bahnbetreiber, meldete eine Rekordauslastung, da Reisende nach alternativen Inlandsverbindungen suchten. Luftfahrtanalysten warnten davor, dass der Stillstand zwischen Gewerkschaften und Arbeitgebern in den kommenden Wochen zu weiteren Arbeitsniederlegungen führen könnte. Die Bundesregierung hat beide Parteien aufgefordert, an den Verhandlungstisch zurückzukehren, um eine langwierige Krise zu verhindern. Branchenbeobachter merkten an, dass das Fehlen eines zentralisierten Schlichtungsverfahrens häufig zu diesen weitreichenden Systemausfällen führt. Für viele internationale Passagiere führte der Streik zu verpassten Anschlüssen und mehrtägigen Verzögerungen beim Erreichen ihrer Zielorte. Lufthansa hat bisher keinen verbindlichen Zeitplan für die Wiederaufnahme ihres vollständigen Flugplans vorgelegt. Der Konzern priorisiert weiterhin seine Tochtergesellschaften, wie etwa City Airlines, deren Tarifverträge von der Kernmarke abweichen. Reisende werden gebeten, den Flugstatus über die offiziellen digitalen Kanäle zu verfolgen, anstatt zu versuchen, Probleme direkt am Flughafen zu lösen. Der aktuelle Arbeitskampf stellt eine der bedeutendsten Störungen im deutschen Luftverkehrssektor in der Ära nach der Pandemie dar. Die Beteiligten bleiben besorgt, dass die Lösung der strukturellen Probleme, die dem Streit zugrunde liegen, Monate in Anspruch nehmen wird.