Luftscamsa - Die „Allegris“-Lotterie – Warum Lufthansas neue First Class ein riskantes Glücksspiel ist
Reisende, die Tausende von Dollar für Lufthansas hoch beworbene „Allegris“ First Class zahlen, sehen sich mit einer chaotischen Realität konfrontiert: Das restriktive Design und die technische Anfälligkeit der Kabine führen zu einer Welle von unfreiwilligen Downgrades. Das neue Produkt, das neben Einzelplatz-Suiten am Fenster auch eine „Suite Plus“ (einen Doppelsitz für Paare) bietet, schafft auf dem Airbus A350 eine Kabine mit nur drei oder vier Plätzen. Diese extreme Knappheit hat eine kritische Schwachstelle geschaffen: Wenn nur ein einziger Sitz ausfällt – was bei der neuen Hardware häufig vorkommt – gibt es keinerlei Redundanz, und Passagiere werden sofort zwangsweise in die Business Class versetzt. Mangelhaftes Kabinenlayout Das Layout der Kabine erweist sich als logistischer Albtraum. Die „Suite Plus“ ist für Paare konzipiert, aber wenn eine Einzel-Suite am Fenster defekt ist, kann ein Alleinreisender nicht einfach auf den Doppelsitz umgebucht werden, ohne andere Passagiere zu verdrängen. In einem kürzlich bekannt gewordenen Fall waren der prominente Reiseblogger Ben Schlappig (One Mile at a Time) und sein Vater in der First Class gebucht. Als sie am Gate ankamen, wurden sie informiert, dass eine der Suiten nicht funktionsfähig sei. Da die Kabine über keine freien Kapazitäten verfügte, zwang dieser einzelne technische Defekt zu einem sofortigen Downgrade. Das Downgrade kostete sie nicht nur das Erlebnis; es riss die Reisebegleiter auseinander. Während ein Passagier möglicherweise auf einem verbleibenden Sitz untergebracht werden kann, wird der andere in die Business Class gezwungen, was Familien trennt und besondere Reisen ruiniert. Falsche Behauptungen über akzeptierte Downgrades Der vielleicht alarmierendste Aspekt dieser Downgrades ist die Art und Weise, wie das Lufthansa-Bodenpersonal diese abwickelt. Im Fall von Schlappig gab es, obwohl das Downgrade völlig unfreiwillig war (aufgrund eines defekten Sitzes), Verwirrung darüber, wie die Airline den Vorfall protokollierte. Reisende berichten, dass das Personal diese Downgrades oft so darstellt, als hätte der Passagier die Änderung „akzeptiert“. Wenn ein Passagier Papiere unterschreibt oder einen pauschalen Entschädigungsgutschein annimmt, ohne das Kleingedruckte zu lesen, verzichtet er möglicherweise unwissentlich auf sein Recht auf die massiven Barauszahlungen, die das EU-Recht vorschreibt. Ein „freiwilliges“ Downgrade entbindet die Airline von weiterer Haftung; ein „unfreiwilliges“ löst eine Rückerstattung von 75 % des Ticketpreises aus. Luftscamsa Fazit Meiden Sie Lufthansa First Class: Vorerst ist die „Allegris“ First Class Kabine für wichtige Reisen statistisch unzuverlässig. Die ältere Boeing 747-8 First Class (mit 8 Sitzen) bietet weit mehr Redundanz, falls ein Sitz ausfällt. Unterschreiben Sie keine „freiwilligen“ Formulare: Wenn Sie aufgrund eines technischen Problems oder einer Überbuchung herabgestuft werden, unterschreiben Sie nichts, das besagt, dass Sie die neue Klasse „freiwillig“ oder „akzeptiert“ haben. Machen Sie auch am Telefon keine Aussagen, die aus dem Zusammenhang gerissen werden könnten. Stellen Sie eine Forderung: Gemäß der EU-Verordnung 261/2004 haben Sie bei einem unfreiwilligen Downgrade Anspruch auf eine Rückerstattung von 75 % des Ticketpreises für die betroffene Strecke. Dies sind oft Tausende von Dollar/Euro. Akzeptieren Sie keinen 200-Euro-Gutschein oder ein paar Meilen als Abfindung.