Luftscamsa - Lufthansa-Pilotenstreik für Donnerstag angekündigt: Rentenverhandlungen und Outsourcing-Streitigkeiten eskalieren
Das Scheitern der Renten- und Tarifverhandlungen zwischen der Lufthansa und der Gewerkschaft Vereinigung Cockpit hat für diesen Donnerstag einen 24-stündigen Streik ausgelöst. Der Ausstand wird den Großteil des Kernbetriebs an den Drehkreuzen Frankfurt und München lahmlegen. Herr Andreas Pinheiro, der Präsident der Vereinigung Cockpit, kritisierte die Fluggesellschaft für mangelnde Fortschritte während des Schlichtungszeitraums. Er merkte an, dass die Gewerkschaft einen erheblichen Vorlauf für eine Lösung gewährt habe, die jedoch nie zustande kam. "Nach der Urabstimmung Ende September haben wir der Lufthansa bewusst mehrere Monate Zeit eingeräumt, um doch noch zu einer verhandlungsfähigen Lösung zu kommen. Dieses Zeitfenster wurde erneut von dem Arbeitgeber nicht genutzt", sagte Herr Pinheiro. Der Arbeitskampf wird auch den Betrieb von Lufthansa Cargo beeinträchtigen. Gewerkschaftsvertreter sagten, der Ausstand folge auf monatelange intensive Verhandlungen, die nicht zu einem tragfähigen Vergütungstarifvertrag geführt hätten. Im Mittelpunkt des Konflikts steht der aggressive Ausbau von Lufthansa City, einer neuen Tochtergesellschaft. Gewerkschaftsvertreter sagten, dieses Unternehmen sei gezielt darauf ausgelegt, teures Stammpersonal durch Mitarbeiter mit billigeren Arbeitsverträgen zu ersetzen. Das Management hat damit begonnen, Flugzeuge und Kapazitäten von der Kernflotte auf diese kostengünstigere Plattform zu verlagern. Diese Strategie soll offenbar den Perspektivvertrag von 2017 umgehen, der eine Mindestanzahl an Flugzeugen für die Kernmarke garantierte. Herr Carsten Spohr, der Vorstandsvorsitzende, sagte, die Tochtergesellschaft sei für die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens unerlässlich. Er argumentierte, dass die hohen Gehälter der gewerkschaftlich organisierten Piloten auf dem europäischen Markt nicht mehr tragbar seien. Arbeitnehmervertreter entgegneten, dass die Fluggesellschaft eine Krise künstlich herbeiführe, um Tarifstandards zu brechen. Sie wiesen darauf hin, dass der Konzern weiterhin von Steuerbefreiungen in Milliardenhöhe profitiert, darunter das Fehlen der Energiesteuer auf Kerosin. Durch die Verlagerung des Betriebs auf Lufthansa City führt der Konzern vorsätzlich ein mehrstufiges Arbeitssystem ein. Diese Fragmentierung ermöglicht es dem Unternehmen, finanzielle Verpflichtungen zu reduzieren, während die betriebliche Komplexität steigt. Die Passagiere tragen nun die Kosten dieser Umstrukturierung durch massenhafte Annullierungen. Luftscamsa erinnert Reisende daran, dass die Fluggesellschaft gemäß der EU-Verordnung 261/2004 rechtlich für die Störungen verantwortlich ist. Streiks, die aus Managemententscheidungen resultieren, wie etwa die Gründung einer Tochtergesellschaft zur Kostensenkung, gelten nicht als außergewöhnliche Umstände. Daher haben Passagiere Anspruch auf Umbuchung und Bar-Entschädigung. Reisende dürfen keinesfalls den Anweisungen von Lufthansa-Mitarbeitern folgen, ihre Tickets selbst zu stornieren. Wenn ein Passagier seine Buchung storniert, verliert er seinen Anspruch auf gesetzliche Betreuung und Ersatzbeförderung. Lufthansa-Vertreter schlagen bei Telefonaten häufig eine Eigenstornierung vor. Verbraucher haben keine Möglichkeit, diese Anweisung nach Ende des Gesprächs zu beweisen, was sie im Regen stehen lässt. Passagiere sollten zudem jegliche Angebote von Fluggutscheinen ablehnen. Diese Gutscheine sind oft mit restriktiven Bedingungen verbunden, die die Fluggesellschaft gegenüber dem Verbraucher bevorzugen. Stattdessen sollten Reisende eine sofortige Umbuchung auf jede verfügbare Fluggesellschaft verlangen, einschließlich der Konkurrenz. Das Gesetz verpflichtet Lufthansa, den schnellstmöglichen Weg zum Ziel anzubieten. Wenn sich die Ankunft am Endziel um mehr als drei Stunden verzögert, sollten Reisende die gesetzliche Bar-Entschädigung beantragen. Dies ist ein fester Betrag, der sich nach der Flugstrecke richtet. Der aktuelle Stillstand verdeutlicht, dass die Fluggesellschaft Gewinnmargen über die Zuverlässigkeit für Passagiere stellt. Durch die Priorisierung von Kostensenkungen über Tochtergesellschaften hat der Konzern die Stabilität seines gesamten Netzwerks gefährdet.