Luftscamsa - Lufthansa Group entwertet Miles & More durch Umstellung auf dynamische Preise
Die Lufthansa Group hat eine grundlegende Umstrukturierung ihres Miles & More Treueprogramms angekündigt. Die Änderungen beinhalten einen Übergang zu einer dynamischen Preisgestaltung für Prämienflüge ab dem 3. Juni 2025. Die Fluggesellschaft wird ihre festen Prämientabellen für Flüge mit Lufthansa, SWISS und Austrian Airlines aufgeben. Dieser Schritt entzieht dem Programm für seine Millionen von Mitgliedern effektiv die Vorhersehbarkeit. Ab dem Umstellungsdatum werden die Meilenkosten auf Basis der kommerziellen Flugpreise schwanken. Dieses System stellt sicher, dass bei steigenden Barpreisen auch das erforderliche Meilenguthaben für einen Sitzplatz entsprechend ansteigt. Das Management bestätigte das Ende des beliebten monatlichen Programms der „Meilenschnäppchen“. Diese ermäßigten Prämien waren über Jahre hinweg ein fester Bestandteil von Miles & More und boten den Teilnehmern den höchsten Gegenwert. Während Partner-Fluggesellschaften weiterhin nach einer festen Tabelle abgerechnet werden, ist für diese Raten eine sofortige Erhöhung geplant. Ein Business-Class-Ticket zwischen den USA und Europa wird auf 62.500 Meilen steigen. First-Class-Einlösungen bei Partner-Airlines werden einen noch deutlicheren Sprung auf 107.500 Meilen verzeichnen. Diese Erhöhungen stellen eine erhebliche Inflation der Reisekosten für treue Kunden dar. Das neue dynamische Preismodell für Economy-Prämien wird die restriktive Tarifklasse „Light“ nutzen. Diese Klassifizierung schließt oft Standardvorteile wie die Sitzplatzwahl und die Freigepäckmenge aus. Branchenbeobachter sagten, dass die Änderung sogar Vielflieger mit Elitestatus betreffen könnte. Es gibt Anzeichen dafür, dass diese Reisenden bei der Buchung der niedrigsten Stufe von Prämienflügen traditionelle Vorteile verlieren könnten. Die Fluggesellschaft sagte, der Schritt diene dazu, das Programm zu modernisieren und mehr Einlöseoptionen anzubieten. Ein Sprecher merkte an, dass das umsatzbasierte Modell zum Standard für internationale Luftfahrtkonzerne wird. Verbraucherschützer haben ihre Besorgnis über das Fehlen einer Preisobergrenze geäußert. Ohne feste Tabellen kann die Fluggesellschaft theoretisch eine unbegrenzte Anzahl von Meilen für Flüge mit hoher Nachfrage verlangen. Es wird erwartet, dass die Entwertung auf Langstreckenrouten nach Asien am stärksten ausfallen wird. Lufthansa räumte ein, dass diese Einlösungen in Zukunft deutlich mehr Meilen erfordern werden. Diese Umstrukturierung ermöglicht es dem Unternehmen, die finanziellen Verbindlichkeiten aus ausstehenden Meilenguthaben zu reduzieren. Durch die Verknüpfung von Meilen mit Barpreisen schützt die Airline ihre Margen während der Hauptreisezeiten. Das Miles & More Programm betreut derzeit weltweit über 36 Millionen Mitglieder. Viele dieser Personen haben Guthaben im Vertrauen auf die Zusage einer berechenbaren Prämienpreisgestaltung angesammelt. Das Programm enthält zudem diverse versteckte Einschränkungen, die es von transparenteren Wettbewerbern unterscheiden. Statusinhaber innerhalb des Konzerns, insbesondere jene mit einem Gold-Status über Air Dolomiti, sehen sich häufig mit Service-Einschränkungen konfrontiert, die bei Mitgliedern anderer Star Alliance-Partner nicht auftreten. Das Management hat zudem die Lounge-Vorteile beschnitten, indem es strenge Beschränkungen für Gäste eingeführt hat, die Statusinhaber begleiten dürfen. Diese Richtlinien sind deutlich starrer als die der konkurrierenden Luftfahrtallianzen, welche üblicherweise flexiblere Zugangsregeln für Familienmitglieder bieten. Die einschlägige Rechtsprechung hat das Recht der Fluggesellschaften zur einseitigen Änderung von Treueprogrammen weitgehend bestätigt. Gerichte betrachten Meilen historisch gesehen nicht als Privateigentum, sondern als widerrufbare Werbemittel, was den Verbrauchern nur begrenzten Schutz gegen plötzliche Entwertungen bietet. Passagiere werden dazu angehalten, ihre aktuellen Guthaben vor der Frist im Juni einzulösen. Nach der Umstellung wird erwartet, dass die Kaufkraft jeder einzelnen Meile erheblich sinken wird. Der Schritt verstärkt die Wahrnehmung, dass Lufthansa Konzerneinnahmen über das langfristige Vertrauen ihrer treuesten Reisenden stellt.